Risiken sollten nicht unterschätzt werden
Einmal Shakehands – schon gehaftet

Ein schriftlicher Vertrag ist nicht nötig: Wer per Handschlag besiegelt, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, kann schon eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet haben. Man sollte also gut schauen, ob und auf wen man sich einlässt.

HB KARLSRUHE. Die beiden Computerfreaks hatten sich das so schön ausgedacht. Zusammen ein Büro, gemeinsames Arbeiten, gemeinsames Auftreten - aber jeder auf sein eigenes Risiko. Keiner sollte für den anderen verantwortlich sein. Als dann aber einer der Kollegen einen teuren Fehler produzierte und nichts mehr auf der hohen Kante hatte, kam die böse Überraschung - für seinen Partner. Der sollte plötzlich den Gläubigern des Kollegen haften.

Kein Einzelfall: Viele Deutsche gründen völlig unabsichtlich eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Noch nicht einmal einen schriftlichen Vertrag braucht man zumeist, oder eine Eintragung in das Handelsregister. Es genügt schon, wenn man sich zusammenschließt, um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Das kann dauerhaft oder auch nur vorübergehend sein, wie das von Juristen gerne gebrachte Beispiel der rüstigen Rentner zeigt - zusammen hatten sie einen Bus für ihren Frühlingsausflug gemietet. Und wurden damit gleich Gesellschafter einer GbR.

Doch wer denkt, dass die GbR entsprechend der Leichtigkeit ihres Zustandekommens eine harmlose Sache sei, der irrt. Denn die Haftungsrisiken einer solchen Gesellschaft dürfen nicht unterschätzt werden - und sie sind durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) in den letzten Jahren noch verschärft worden. "Das hat dazu geführt, dass diese Form der Gesellschaft auch im Immobilienbereich trotz bereichsspezifischer Erleichterungen stark an Beliebtheit verloren hat", sagt der auf Gesellschaftsrecht spezialisierte Münchner Anwalt Hans-Joachim Holzapfel von der Sozietät Linklaters Oppenhoff & Rädler. Bei Freiberuflern wie Journalisten, Steuerberatern und Ärzten erfreut sich die GbR jedoch ungebrochener Aktualität, oft gerade wegen ihrer vermeintlichen Unkompliziertheit.

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