Rosige Zukunft für Absolventen
Die Banken brauchen Fonds-Spezialisten

Weil die Privatanleger derzeit eher Investmentfonds statt Aktien schätzen, müssen sich die Banken umorientieren.

Manchmal bewegt sich doch etwas am Standort D.: Auf Initiative des Bundesverbands der Deutschen Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaften (BVI) hat die Bundesregierung den neuen Ausbildungsberuf des Investmentfondskaufmanns geschaffen. Seit August büffelt der erste Jahrgang für diesen Abschluss.

Der BVI sieht dringenden Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften und spricht, trotz nachhaltig verschreckter Anleger, von einem Wachstumsmarkt, weil ehemalige Aktienanleger nun eher auf Fonds umstiegen. Ein Mangel an Fachkräften sei auch entstanden, weil fertige Bank- oder Bürokaufleute ohne Weiterbildung kaum für den Job geeignet seien.

„Die vorhandenen Ausbildungsberufe genügen nicht den spezifischen Anforderungen der Investmentbranche, da detailliertes Investment-Know-how erforderlich ist“, sagt Oliver Männel, Ausbildungsleiter der Baden-Württembergischen Kapitalanlagegesellschaft (BWK). Während beim Bankkaufmann Beratung und Verkauf im Vordergrund stehen, spielt das beim Investmentfondskaufmann nicht die entscheidende Rolle.

„Eine Qualifikation für das Privatkundengeschäft steht nicht im Mittelpunkt, dafür aber fundierte Kenntnisse rund um das Investmentgeschäft“, sagt Luisa Santos, Personalreferentin und Ausbilderin der Universal-Investment-Gesellschaft. Auf dem Lehrplan stehen: Depotführung, Rechnungswesen, Controlling, Fondsverwaltung Reporting, aber auch Marketing, Vertrieb, Steuerrecht und Wirtschaftsenglisch. So ausgestattet, sollen sich die Kräfte um Depotbetreuung, Analyse von Aktien-, Renten- und Geldmärkten sowie um Fondsbuchhaltung- und Controlling kümmern.

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