Schnelle Erfolge sind nicht absehbar – Neue Bachelor-Studiengänge stoßen auf wenig Interesse
Studenten pochen auf Hochschulreform

Die neu eingeführten Bachelor-Abschlüsse stoßen bei den wenigsten Studenten auf Gegenliebe: Nur jeder fünfte interessiert sich „persönlich“ für einen Kurzstudiengang. Das ist die Quintessenz einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact für das Handelsblatt.

BERLIN. Damit kommt ausgerechnet der einzige Bereich bei den Studenten nicht an, in dem es tatsächlich Bewegung gegeben hat. Für eine allgemeine Reformunlust spricht das nicht: Ginge es nach der Mehrzahl der Studierenden, wäre die heiß diskutierte Reform der deutschen Hochschulen viel weiter.

Die Skepsis gegenüber den Bachelor-Studiengängen steht in krassem Widerspruch zur politischen Zusage Deutschlands, bis 2010 das komplette Hochschulwesen auf das anglikanische Bachelor/Master- System umzustellen – gemeinsam mit allen anderen EU-Ländern. Bislang gibt es zwar schon rund 2000 BA und MA-Studiengänge, sie erreichen jedoch erst rund sechs Prozent der Studenten. Die erste deutschsprachige Universität, die komplett umgestellt hat, ist die im schweizerischen St. Gallen.

Das Desinteresse der Studenten dürfte vor allem auf Unwissen beruhen – womit sie zumindest in guter Gesellschaft sind: Auch in deutschen Unternehmen hat sich noch nicht herumgesprochen, dass es das gute alte Diplom bald nicht mehr geben soll, und in wenigen Jahren 23-jährige Bachelor-Absolventen in die Wirtschaft drängen. Hier liegt noch viel Arbeit vor den Bildungspolitikern in Bund und Ländern , wenn sie die Reform nicht nur realisieren sondern ihr rechtzeitig auch die nötige Akzeptanz verschaffen wollen.

Zumindest aber steht beim Bachelor und Master das Ziel klar vor Augen. Auf fast allen anderen Gebieten ist hingegen – der hitzigen bildungspolitischen Debatte zum Trotz – noch ungewiss, wohin die Reise geht. Vager Konsens herrscht lediglich darüber, dass die Universitäten mehr Autonomie erhalten sollen, um so den auch von den Studenten gewünschten Wettbewerb ausfechten zu können, der dann ein effektiveres System hervorbringen soll.

Seite 1:

Studenten pochen auf Hochschulreform

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%