Schulungen und technisches Equipment werden immer wichtiger
Wenn es im Briefkasten tickt

Ein Sprengsatz im Brüsseler Büro des Fraktionschefs der Konservativen im EU-Parlament, eine Explosion im Büro des Fraktionsvorsitzenden der britischen Sozialisten – auch wenn deutsche Manager (noch) nicht im Visier der Absender von Sprengsätzen stehen, raten Sicherheitsexperten den Unternehmen, sich besser gegen Bedrohungen aus dem Briefkasten zu schützen.

„Die Krisenplanung von Unternehmen muss Verhaltensrichtlinien für den Fall vorsehen, dass verdächtige Postsendungen eingehen“, erklärt Marc Vink, General Manager beim Risiko-Beratungsunternehmen Control Risks in Berlin. Doch das Thema Briefbomben wird unterschätzt, warnt Walfried Sauer, Geschäftsführer der Result Group in München: „Wer eine eigene Abteilung für Konzernsicherheit hat, ist in der Regel auch in diesem Bereich gut aufgestellt. Doch das sind meist nur die großen Unternehmen. Der Mittelstand macht leider oft gar nichts und ist sehr verwundbar.“

Dabei muss man nicht im politischen Rampenlicht stehen, um zum Ziel für Briefbomber zu werden. „Drohungen und Sprengstoffsendungen gibt es oft bei Restrukturierungen und Entlassungswellen“, beobachtet Sauer.

Häufig braucht es einen konkreten Anlass, damit die Unternehmen an größere Sicherheit denken: Bei der MVV Energie AG in Mannheim sorgte eine Bombendrohung einen Tag nach den New Yorker Terroranschlägen dafür, dass die Mannheimer Energieversorger ihre Sicherheitsrichtlinien überarbeiteten.

Zu den Schutzmaßnahmen gehörte vor allem die Einrichtung eines zentralen Posteingangs. Das ermöglicht die Prüfung der Post durch geschultes Personal. „Wenn eine verdächtige Sendung identifiziert wird, informiert man den Empfänger und schaut sich gemeinsam an, was abgegeben wurde“, erläutert MVV-Unternehmenssprecher Roland Kress.

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