Schweigen ist nicht erlaubt
Fristlose Kündigung nach Diebstahl

Hegt der Arbeitgeber einen begründeten Verdacht, dass der Arbeitnehmer Diebstähle begangen hat, dann ist eine fristlose Kündigung zulässig.

HB FRANKFURT/M. Der begründete Verdacht der Beteiligung an Gepäckdiebstählen auf dem Frankfurter Flughafen reicht für die fristlose Kündigung eines Gepäckabfertigers. Mit diesem Argument hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil die Kündigungsschutzklage des 32 Jahre alten Mannes zurückgewiesen. Nach Ansicht der Richter reichen Belastungen von Kollegen aus, um eine Verdachtskündigung zu rechtfertigen.

Der Mann hatte für eine Lufthansa-Tochterfirma gearbeitet. Nach deren Schätzungen waren in mehreren Jahren Wertgegenstände für etwa 17 Millionen Euro abhanden gekommen. Der 32-Jährige soll dabei Gepäckstücke auf brauchbare Wertgegenstände untersucht haben. Mit entscheidend für die Zulässigkeit der Kündigung war für die Richter das Schweigen des Mannes in der unternehmensinternen Anhörung. Sie wiesen darauf hin, dass ein Arbeitnehmer in einer solchen Anhörung nicht schweigen dürfe, wenn er die fristlose Verdachtskündigung mit Erfolg angreifen wolle. Das Strafverfahren ist noch nicht beendet.

Az: 9 Ca 12072/03

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