Schwerpunkt: Berater
Das Personalkarussell dreht sich wieder

Wie Führungskräfte auf den Bildschirm der Headhunter kommen und den Jobwechsel risikoloser gestalten können. Eine Handelsblatt-Reportage.

HB DÜSSELDORF. Vor vier Jahren wurde ich ständig von Personalberatern angerufen“, erzählt Olaf S. aus Köln, IT-Berater im Finanzbereich. „Aber damals hatte ich noch nicht die nötige Führungserfahrung. Heute leite ich ein Team – aber jetzt ruft kein Headhunter mehr an.“ Ähnlich geht es auch Markus B. aus Frankfurt. Der Pressereferent bei einer Bank war zu Boomzeiten der New Economy noch nicht reif genug für Führungsaufgaben – und heute schweigt sein Telefon, obwohl er gerne wechseln würde.

Ein Trost: Die Chancen für Markus B. und Olaf S. bessern sich. Jörg Forthmann, Pressesprecher beim Unternehmensberater Mummert Consulting in Hamburg urteilt: „Das Personalkarussell beginnt sich für Managementpositionen wieder zu drehen. Es entsteht eine deutliche Dynamik auf dem Markt. Gerade hochqualifizierte Fachkräfte aus der IT- und Finanzdienstleistungsbranche werden wieder gesucht.“ Das bestätigt auch Richard Fudickar, Vorsitzender der Vereinigung deutscher Executive Search Berater in Bad Homburg. Er rät Wechselwilligen zu mehr Sorgsamkeit: „Es bringt nichts, seine Unterlagen an alle Personalberater zu schicken. Man muss schon seine Hausaufgaben machen und sich den Richtigen aussuchen. Gut ist, die Unterlagen telefonisch anzukündigen.“

Wolfgang Lichius, Geschäftsführer bei Kienbaum Executive Consultants in Gummersbach, geht ins Detail: „Neben einem Anschreiben sollten selbstverständlich auch Lebenslauf und Zeugniskopien beiliegen. Ganz wichtig ist eine klare Formulierung der angestrebten Position.“ Der Personalberater gleiche dann die Informationen mit den freien Stellen ab. Passt keine, wandern sie mit dem Einverständnis des Bewerbers zumindest in die Datenbank.

Alternativ lohnt sich der Eintrag in Internet-Jobbörsen. Denn auch dort suchen Personalberater passende Bewerber. Seine Chancen verbessert, wer mehrere Lebensläufe mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingegeben. Das hat auch Markus B. gemacht: „In der ersten Vita liegt das Gewicht auf Finanzen, in der zweiten auf interner Kommunikation, Nummer drei hat den Schwerpunkt auf Pressearbeit und in Nummer vier verkaufe ich mich als Macher von Kundenmagazinen.“

Richard Fudickar hat noch einen weiteren Rat parat: „Wer wechseln möchte, sollte sich in seinem Bekanntenkreis umhören. Mit Personalberatern ist es wie mit Ärzten und Rechtsanwälten: Die besten findet man über persönliche Kontakte.“ Und steigert so seine Chancen, abgeworben zu werben.

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