Serie: Ökonomie Kompakt
Wenn Fischer zu viele Fische fangen

Professor Hans Kaminski von der Universität Oldenburg schreibt im Handelsblatt exklusiv über die Bedeutung der Eigentumsverfassung für eine Volkswirtschaft.

OLDENBURG. Das Herzstück jeder Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist die Eigentumsverfassung. Von ihr hängt die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft in besonderem Maße ab. Die Eigentumsverfassung (oder auch Eigentumsordnung) legt fest, in welcher Weise Handlungsrechte an wirtschaftlichen Gütern auf Akteure verteilt werden. Es wird auch von den so genannten Eigentums- und Verfügungsrechten gesprochen, die Rechte und Pflichten beschreiben, die sich aus der Existenz knapper Ressourcen ergeben.

Dem liegt der Gedanke zu Grunde, dass Anbieter und Nachfrager auf Märkten nicht nur Güter gegen Geld tauschen, sondern dass mit jeder Transaktion vielmehr auch ein Austausch von Rechten stattfindet.

Dies wird deutlich, wenn man sich die wesentlichen Eigentums- und Verfügungsrechte anschaut, die mit dem Kauf eines Sachgutes oder einer Dienstleistung erworben werden: das Recht, den Vermögenswert zu nutzen (Entscheidungs- und Nutzungsrecht), das Recht, die Früchte des Eigentums zu nutzen (Aneignungsrecht), das Recht, das Eigentum zu verändern oder zu wechseln (Veränderungsrecht) und das Recht, den Vermögenswert ganz oder zeitweise zu übertragen (Transferrecht).

Die Ausgestaltung dieser Rechte kann bei verschiedenen Gütern unterschiedlich ausfallen, wobei sie nicht nur auf die Beziehungen zwischen Produkt und Individuum Einfluss haben, sondern auch auf die Beziehungen zwischen den Individuen selbst. Die Art und Weise, wie Eigentums- und Verfügungsrechte in einer Marktwirtschaft definiert und gesichert werden, bestimmt dabei den Grad ihrer Effizienz. Die Möglichkeit des Ausschlusses vom Gebrauch einer Sache ist eine Bedingung für die rationelle Nutzung knapper Ressourcen.

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