Serious Games
Spielend lernen

Serious Games basieren auf Computerspiel-Bestsellern oder Film-Hits und sollen Manager zum Lernen motivieren. Business Schools setzen jetzt erste Versionen zum Führungskräfte-Training ein. Obwohl Lerneffekte nachgewiesen werden konnten, stehen die Serious Games noch vor einer Hürde.

Gestatten, Bond. Hans Bond. Im Gegensatz zum britischen James, besser bekannt als Leinwandheld 007, macht der deutsche Hans keine Jagd auf Ganoven, sondern schießt auf Argumente. Denn Hans Bond ist eine Computerspielfigur, mit der Manager neues Know-how, in diesem Fall das Führen von Mitarbeitergesprächen, trainieren sollen.

Der Produzent der Simulationssoftware, die Trainingsfirma Dr. Thorsten Bosch AG aus Schondorf, setzt auf die neue Methode des computerspielbasierten Lernens, um Managerwissen zu vermitteln. Rund zwei Millionen Euro hat das Unternehmen in die Entwicklung seiner Software gesteckt, um auf interaktiven Trainings-DVDs Lernstoff in spannende Bond-Szenen, Tatort-Geschichten oder Tagesschau-Nachrichten zu verpacken. Wissen soll spielerisch vermittelt werden und emotional wirken. Dafür gibt es einen guten Grund, wie Marketingleiter Alexander Wacker erklärt: „An den ersten Kuss kann sich jeder erinnern, an die erste Mathestunde dagegen nicht.“

Ausgeklügelte Computerspieltechnologie, die Millionen Fans weltweit in ihren Bann zieht, soll in Form sogenannter Serious Games auch für Weiterbildungsthemen begeistern. Das US-Forschungsunternehmen Apply Group schätzt, dass bis 2012 bis zu 135 der 500 größten Firmen weltweit die digitalen Computerspiele für die Fortbildung ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter nützen werden.

Neben kleinen, innovativen Softwareschmieden haben auch Multis wie IBM diesen Markt entdeckt: Mit dem Computerspiel Innov8 zum Beispiel sollen Wirtschaftsstudenten und junge IT-Fachkräfte – von denen viele mit Videospielen aufgewachsen sind – lernen, wie sie erfolgreich in der Geschäftswelt bestehen.

Als Manager einer fiktiven Firma müssen sie verschiedene Geschäftsziele erreichen und ihre Mitarbeiter zufriedenstellen. Mit Innov8 sehen die Spieler, wie der Einsatz neuer Technologie und die damit zusammenhängenden Unternehmensstrategien die Leistungsfähigkeit ihrer Organisation beeinflussen. Zudem lassen sich in der virtuellen Welt „Was-wäre-wenn“-Szenarien für verschiedene Entscheidungsoptionen durchspielen.

Universitäten und Business Schools haben kostenfreien Zugang zur IBM-Software. Mehr als 30 Bildungseinrichtungen haben das Spiel bereits in ihre Studiengänge integriert, darunter die Harvard Business School und die Mailänder Schule SDA Bocconi. „Serious Games bieten mehr Herausforderungen und Wettbewerb und Spieler bekommen eine schnelle Rückmeldung über ihre Aktionen“, sagt Heinz Mandl. Er ist Psychologieprofessor an der Ludwig-Maximilian Universität in München.

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