Sexuelle Belästigung
Mutmaßung allein reicht nicht

Ein heikles Thema: sexuelle Belästigung. Betroffene beider Seiten müssen sich vor Gericht nicht nur peinlichen Fragen aussetzen, sondern juristische Feinheiten beachten. Ein aktueller Fall.

Eine GmbH kündigte ihrem Geschäftsführer fristlos, woraufhin dieser vor Gericht zog. Als die Richter die Kündigung für ungültig erklärten, legten die Anwälte der GmbH nach: Inzwischen hätten sie erfahren, dass der Gefeuerte nichts gegen sexuelle Belästigung unternommen habe. Er habe gewusst, dass sein Mitgeschäftsführer bei Besprechungen unter dem Schreibtisch den Intimbereich einer Mitarbeiterin fotografiert habe und sie bei anderer Gelegenheit auf eine Regalleiter steigen ließ, um sie erneut zu knipsen.

Das Oberlandesgericht Hamm erklärte die Kündigung trotzdem für ungültig (27 U 137/06). Geschäftsführer dürften zwar gefeuert werden, wenn sie die sexuelle Belästigung von Untergebenen tolerieren. Es sei aber unklar, ob der Mann tatsächlich Bescheid wusste. Dass die Mitarbeiterin "subjektiv der Meinung" sei, er habe die Vorfälle bemerkt und ignoriert, reiche nicht.

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