"Sprengkraft der „Neidkultur“ ist nicht zu unterschätzen"
Sparkassen halten sich bei Vorstandsbezügen bedeckt

Da musste selbst der Zahlen allmächtige Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) passen: „Kein Kommentar wegen fehlender Datengrundlage“, lautete die Auskunft auf die Frage, was denn die Spitzenmanager der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute verdienen. Das Thema der Top-Gehälter bei Sparkassen und Landesbanken gilt als heißes Eisen.

HB FRANKFURT/M. „Durch die relative Transparenz der privaten Banken geraten wir natürlich etwas in Zugzwang“, räumte ein Sparkassenfunktionär ein. Intern diskutiere man eine detaillierte Offenlegung, aber die Das Thema der Top-Gehälter bei Sparkassen und Landesbanken gilt als heißes Eisen.

„Durch die relative Transparenz der privaten Banken geraten wir natürlich etwas in Zugzwang“, räumte ein Sparkassenfunktionär ein. Intern diskutiere man eine detaillierte Offenlegung, aber die Sprengkraft der deutschen „Neidkultur“ dürfe man nicht unterschätzen, hieß es weiter. Erschwerend kommt hinzu, dass die Struktur der öffentlich-rechtlichen Bezüge wegen der verschiedenen Landesgesetze und unterschiedlichen regionalen Verbandsregelungen sehr heterogen ist, was allgemein gültigen Aussagen erschwert.

Dennoch lassen sich auf Grund von Angaben aus einzelnen Verbänden einige Näherungswerte ableiten. So sollen die Vorstände mittelgroßer Sparkassen bundesweit im Schnitt ungefähr 150 000 Euro verdienen. Üblicherweise richtet sich die Höhe der Bezüge nach der Bilanzsumme. Allerdings gewinnen Leistungskomponenten wie etwa das Betriebsergebnis immer mehr an Gewicht. Bei einem mittelgroßen westdeutschen Verband wird die Spanne der Vorstandsbezüge von 80 000 Euro bei einer Bilanzsumme von 500 Mill. Euro bis 170 000 Euro in der Spitze genannt. Bei den Vorstandsvorsitzenden würden nochmal zwischen 10 und 20 % draufgesattelt.

Die Vorstandschefs der wenigen Großsparkassen dürften laut Branchenkennern mehr als 500 000 Euro verdienen. Dienstwagen sind jeweils einzeln vertraglich geregelt. Vor allem alt gediente Vorstände in den Sparkassen können sich auf großzügige Versorgungsregeln für den Ruhestand verlassen. In einigen Verbandsgebieten müssen die Vorstände keinen Eigenbeitrag für die Altersvorsorge leisten, sagt ein Sparkassenpolitiker. „Wer mit 46 Jahren Vorstand wird und mit 63 Jahren in den Ruhestand geht, bei dem kann der Geld werte Vorteil bis zu 50 000 Euro im Jahr ausmachen“, so ein Branchenkenner.

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