Starttermin ist nicht unproblematisch
Beamte werden Unternehmensberater

Die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton hat nun ein Programm aufgelegt, mit dem Beamte für zwei Jahre aus ihren Amtsstuben gelockt werden sollen.

HB DÜSSELDORF. In Ulrich Bergmosers Leben ist seit einem halben Jahr alles anders. Ende Dezember hatte der 39-Jährige seinen letzten Arbeitstag beim Bundesrechnungshof, wo er sich seit 1996 mit den Beteiligungen des Bundes beschäftigt hatte. Seitdem arbeitet Bergmoser bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton (BAH). Mindestens vier Tage die Woche ist er bei Kunden quer durch Deutschland unterwegs und arbeitet oft bis tief in die Nacht. „Zwischen Montag und Freitag Nachmittag verbleibt für andere Aktivitäten meist wenig Zeit, oft nur die Schlafpausen.“

Trotz seiner neuen Aufgabe hat Bergmoser seine Stelle beim Bundesrechnungshof nicht gekündigt. Nach zwei Jahren bei BAH will er in seine Behörde zurückkehren. Bergmoser ist der erste Beamte, der an einem neuen Programm der Münchner Berater teilnimmt, das es in dieser Form in Deutschland bisher nicht gab. Beim BAH-Fellowship schlüpfen Verwaltungsmenschen für eine begrenzte Zeit in die Rolle des Beraters. Eingesetzt werden sie vor allem in Projekten für den öffentlichen Sektor. Nach einem vierwöchigen Berater-Crash-Kurs sollen sie wie Bergmoser vollwertiges Mitglied eines BAH-Teams werden.

Torsten Oltmanns, Geschäftsführer bei BAH und Erfinder des Fellowships, erhofft sich von dem Programm ein besseres gegenseitiges Verständnis. Bevor er zu BAH kam, hatte er zwei Jahre im Bundesverteidigungsministerium gearbeitet. Seine Erfahrung: „Berater verstehen häufig nicht, dass in der Verwaltung andere Regeln gelten als in Unternehmen.“ Umgekehrt überschätzen viele Beamte die Kraft der Unternehmen. Das will Oltmanns nun mit seinem Austauschprogramm ändern. „Beide Seiten werden davon profitieren, wenn die Zusammenarbeit später besser funktioniert.“

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