„Stechuhr“ von Kollegen eingegeben
Falsche Zeiterfassung rechtfertigt Kündigung

Wer seine Arbeitszeit an der so genannten „Stechuhr“ von Kollegen eingeben lässt, obwohl er nicht am Arbeitsplatz ist, riskiert die Kündigung. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichtes (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor.

HB/dpa MAINZ. Ein Missbrauch des Zeiterfassungsgeräts rechtfertigt demnach die Kündigung des Mitarbeiters auch ohne vorherige Abmahnung (Az.: neun Sa 493/02). Laut Gericht ist dies ein gravierender Vertrauensbruch.

Die Richter wiesen mit ihrem Urteil die Kündigungsschutzklage einer Arbeitnehmerin ab. Sie hatte das Zeiterfassungsgerät von anderen Personen mit ihrem Chip betätigen lassen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit bereits beendet hatte. Als der Schwindel aufflog, sprach der Arbeitgeber ohne Abmahnung eine ordentliche Kündigung aus. Die Klägerin hielt diese für überzogen und für sozial nicht gerechtfertigt.

Das LAG gab dem Arbeitgeber Recht. Mit der Installation eines Zeiterfassungsgerätes müsse jedem Arbeitnehmer bewusst sein, dass er höchstpersönlich zu Arbeitsbeginn und -ende sowie vor und nach einer Arbeitspause das Gerät bedienen müsse. Ein entsprechendes Fehlverhalten sei grundsätzlich nicht entschuldbar.

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