Stellensuchende orientieren sich zu stark an Musterformulierungen
Ein Drittel der Bewerbungen fällt bei Personalern durch

Die Qualität von Bewerbungen lässt zu wünschen übrig. Gut ein Drittel der Bewerbungsunterlagen benoten Personaler als "unbefriedigend", weitere 40 Prozent sind allenfalls akzeptabel. Nur 20 Prozent der Mappen erhielten die Note "sehr gut", berichtet das Magazin "karriere" unter Berufung auf eine Personaler-Umfrage der Outplacement-Beratung von Rundstedt und Partner.

Viele Personalchefs beklagen, dass Stellenaspiranten immer weniger in der Lage sind, sich individuell zu präsentieren. Der Grund: Sie orientieren sich zu stark an den Musterformulierungen der Bewerbungsratgeber, die es als Bücher zu Hunderten auf dem Markt gibt. Deren Empfehlungen entpuppen sich zudem in der Praxis oft als Windei, berichtet das Magazin karriere weiter. So reagieren viele Personalverantwort­liche beispielsweise auf die so genannte "Dritte Seite" mit dem Inhalt "Was mir wichtig ist" oder "Was Sie über mich wissen sollten" sehr allergisch, vor allem wenn sie offen­sichtlich aus Bewerbungsratgebern abgekupfert ist.

Besonderes Augenmerk sollten Jobsuchende auf ihren Lebenslauf legen. Er ist das Herzstück der Bewerbung - nicht das Anschreiben. In großen Unternehmen wie Siemens kann es sein, dass der Lebenslauf vom Anschreiben getrennt wird, und die Personaler bekommen nur die Vita zu sehen. Trotzdem sollten Bewerber Anschreiben individuell auf das Unternehmen zuschneiden und es keinesfalls weglassen. Der Lebenslauf sollte übersichtlich, vollständig und chronologisch sein. Ob Bewerber die amerikanische Variante wählen - angefangen mit der aktuellen Station, zurückgehend bis zur Schulzeit - oder die herkömmliche, hängt von der aktuellen Jobsituation ab. Die umgekehrte Variante bietet sich nur dann an, wenn die bisherige Karriere und die aktuelle Station beeindruckend wirken. Fällt der Blick des Personalers jedoch zuerst auf die Station "arbeitssuchend seit..." oder "freie Mitarbeit als...", ist das eher von Nachteil.

Beim Umfang der Bewerbung gilt: Weniger ist mehr. Denn laut einer Umfrage blättern 60 Prozent der Personaler maximal vier Minuten durch eine Mappe, berichtet das Magazin weiter. Zehn Zeugnisse oder Belege sollten das Maximum sein. Dazu gehören - wenn möglich - ein aktuelles Zwischenzeugnis, sämtliche Arbeitszeug­nisse, akademische Abschlüsse und nur die für den Job relevanten Weiterbildungen der letzten Jahre. Wer unsicher ist, ob das wirklich reicht, kann im Anschreiben den Hinweis unterbringen: "Gerne reiche ich Ihnen die Zeugnisse bei Bedarf komplett nach."

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