Straftat
Kündigung ist kein Strafverfahren

Ein Chef braucht bei einer vermuteten Straftat eines Mitarbeiters nicht so strenge Maßstäbe anzulegen, wie sie im Strafverfahren gelten. Das musste ein Angestellter vor Gericht erfahren, dem gekündigt worden war.

Nach einem harten Arbeitstag wollte eine Angestellte der Stadt Hamburg schnell nach Hause - und stellte schockiert fest, dass jemand die Reifen ihres Autos zerstochen hatte. Da es einigen Kolleginnen ähnlich ergangen war, erstatteten sie gemeinsam Anzeige, woraufhin die Polizei auf dem Mitarbeiterparkplatz eine versteckte Videokamera installierte.

Schon wenig später lieferten diese Bilder von einer Person, die sich an den Autos zu schaffen machte. Die Damen meinten, einen Kollegen zu erkennen, mit dem sie sowieso im Clinch lagen. Als der mutmaßliche Reifenstecher die vom Chef geforderte Stellungnahme zu dem Vorfall verweigerte, wurde er gefeuert.

Zu Recht, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht (2 AZR 961/06). Dass der Mann in einem parallelen Strafverfahren mangels Beweisen freigesprochen worden sei, spreche nicht gegen den Rauswurf. In einem Kündigungsprozess seien nicht so strenge Maßstäbe anzulegen wie in einem Strafverfahren, stellten die Richter klar.

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