Studentenwettbewerbe
Wirtschaft auf Talentsuche

Gut ausgebildeter Nachwuchs ist begehrt. Mit Studentenwettbewerben oder so genannten Business-Games wollen sich Unternehmen wie Henkel, Microsoft oder L?Oréal die besten Köpfe sichern. Das Niveau der Konkurrenz in den bundesweiten oder internationalen Ausschreibungen ist sehr hoch.
  • 0

DÜSSELDORF. Kurz vor Weihnachten, wenn viele Unternehmensabteilungen allmählich runterfahren, dreht die dritte Etage von Henkel in Düsseldorf erst richtig auf. Dort hat Jessica Thiel, Leiterin für Talentrecruitment und Führungskräfte, das Sagen. Ihr Starprodukt: der Studentenwettbewerb "Innovation Challenge 2010". Die erste heiße Phase hat bereits begonnen. Fast 2 000 Bewerber aus Europas Hochschulen erwartet Thiel. Die Aufgabe: ein Waschmittel für das Jahr 2050 entwickeln. Mitarbeiter aus zwölf Ländern stehen in den Startlöchern, um die jungen Talente bis zum Finale im April zu begleiten.

Studentenwettbewerbe oder Business-Games, wie es im Unternehmensjargon heißt, haben derzeit in der Wirtschaft Hochkonjunktur. "Es gibt keine namhafte internationale Firma, die auf einen Studentenwettbewerb verzichten könnte. Dort entdecken global agierende Unternehmen Trends und vor allem die besten Talente", erklärt Jessica Thiel.

Die Unternehmen buhlen um die klügsten Köpfe

Und die kann man wunderbar bei einem Spiel testen. Denn das Niveau der Konkurrenz in den bundesweiten oder internationalen Ausschreibungen ist sehr hoch. Wer hier auf den ersten Rängen landet, hat bewiesen, dass er nicht nur Ideen hat, sondern auch ausgeprägte unternehmerische Fähigkeiten. Die Wettbewerbe für Studenten tragen so verheißungsvolle Namen wie "Imagine Cup", "Innovation Challenge" oder "Brandstorm".

"Der Name ist Programm", sagt Christiane Konegen-Grenier, Bildungsexpertin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Damit signalisieren die Firmen gleich, dass sie nur die kreativsten und innovativsten Bewerber haben wollen. Denn auch in Zeiten der Wirtschaftskrise müssen die Unternehmen um die klügsten Köpfe buhlen. Wegen des Fachkräftemangels sind Uni-Abgänger heiß umworben und können sich ihre Arbeitgeber nach Belieben aussuchen. Daher müssen sich Unternehmen einiges einfallen lassen, um die Fach- und Führungskräfte von morgen kennenzulernen. So dürfen Studenten bei BMW eine Autoproduktion planen, bei McKinsey CEO spielen oder bei L?Oréal ein neues Kosmetikprodukt entwickeln. Und wer ewig klammen Studenten Preisgelder von bis zu 2  000 Euro verspricht, so wie Microsoft, und noch dazu einen warmen Händedruck von Bill Gates, kann sich reger Teilnahme sicher sein. "Die neue Generation ist anspruchsvoller", erklärt Steffen Küpper, Leiter der Recruitmentabteilung von L?Oréal Deutschland und verantwortlich für die Wettbewerbe "Brandstorm" und "e-Strat challenge".

Seite 1:

Wirtschaft auf Talentsuche

Seite 2:

Kommentare zu " Studentenwettbewerbe: Wirtschaft auf Talentsuche"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%