Studie über Nachwuchs-Führungskräfte
Nur die eigene Stärke zählt

Wie optimistisch blicken junge Entscheider in ihre berufliche Zukunft? Mit welchen Strategien stellen sich die Manager von morgen ihrer Zukunft, und wie gehen sie mit den aktuellen Herausforderungen ihres Erwerbslebens um? Auf solche Fragen gibt eine sozialwissenschaftliche Studie Antworten, die auf der Befragung von 308 angehenden Führungskräfte in deutschen Unternehmen basiert.

Die wissenschaftlich aufwendige Untersuchung – vor der Studie wurden in vorgeschalteten „Tiefeninterviews“ die Themen herausgefiltert – wurde Anfang 2007 von der Marktforschungs-firma „Denkstelle Hamburg“ durchgeführt und von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) Deutschland in Auftrag gegeben.

Warum? Hans Wagener, PwC-Vorstandssprecher, nennt zwei Gründe: „Die Manager von morgen werden unsere Kunden sein, deren Betrachtung gesellschaftlicher und beruflicher Verhältnisse uns heute schon interessieren muss“. Und: „Jährlich kommen 1 200 Hochschulabsolventen zu uns. Wie können wir sie einordnen? Worauf müssen wir uns einstellen, was erwarten sie beispielsweise von einer ,Work-Life-Balance’?“

Derlei Ausbalancierungen, über die zu sprechen neuerdings in Mode gekommen ist, scheinen die Manager von morgen aber eher nüchtern zu betrachten. „Der geringe Anteil der ,Work-Life-Balancer’ hat mich schon etwas überrascht“, sagt Wagener. Offenbar ist die Bereitschaft künftiger Manager erheblich, privat durchaus erhebliche Einschränkungen hinzunehmen, um beruflich voranzukommen. Dahinter steckt nicht (nur) pure Erfolgslust, sondern auch die „Angst vor Arbeitslosigkeit“, die inzwischen auch vor den kommenden Eliten nicht Halt mache, wie die Studie konstatiert. Drei von vier Jungmanagern haben ihr zufolge Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Auf soziale Sicherungssysteme verlassen sie sich nicht, sondern auf ihre eigenen Stärken, ihr eigenes Können. Dieses Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit ist unter den Nachwuchsführungskräften so weit und stark verbreitet wie kaum eine andere Haltung. Sie ist zugleich gepaart mit einer überraschenden Fortschrittsgläubigkeit, mit fester Zuversicht, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme lösbar sind.

Auslandsaufenthalte, Auslandsstudium und -jobs – das Leben und Arbeiten in der Fremde ist für die Manager von morgen quasi zur Selbstverständlichkeit geworden, besonders bei den Jüngeren. Jeder dritte Trainee, so ergibt die Studie, hat schon einmal darüber nachgedacht, aus Deutschland wegzugehen.

Das Vertrauen in die Kompetenz des demokratischen Systems in Deutschland ist davon übrigens nicht berührt. Ihm trauen die meisten Befragten zu, wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme zu lösen. Nur jeder zehnte Nachwuchsmanager ist offen skeptisch, erwartet von der Demokratie nichts Gutes. Ängste und Erwartungen sind zugleich die Motoren einer Lebens- und Berufsplanung, die entweder so gut wie gar nicht stattfindet oder allenfalls in Fünf- oder Sechs-Jahres-Zyklen.

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