Studienangebote
Auszubildende erobern Hochschulen

Das Pendeln zwischen Betrieb und Hochschule wird immer beliebter: Die Zahl der dualen Studiengänge in Deutschland steigt, zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung. Unternehmen sehen in den speziellen Studienangeboten, die Praxis und Theorie verbinden, eine Maßnahme gegen den Fachkräftemangel.

KÖLN. Duale Studiengänge gewinnen in deutschen Unternehmen an Attraktivität. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb). Danach haben in diesem Jahr rund 26 100 Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit einer Hochschule abgeschlossen, 1 500 mehr als 2008. Insgesamt wurden 712 duale Studiengänge eingerichtet, die meisten an Fachhochschulen und Berufsakademien.

Mit 300 Studiengängen sind die Wirtschaftswissenschaften dabei am stärksten vertreten, mit je rund 100 Angeboten folgen Informatik sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik, stark ist auch die Elektrotechnik mit 65 Studiengängen. Auch bei den Studenten kann ein sattes Plus verzeichnet werden: Die Zahl der Studierenden, die ein Studium in Kooperation mit Unternehmen absolvieren, ist von rund 44 000 im Jahr 2008 auf mehr als 48 800 gestiegen.

Die meisten Teilnehmer gibt es in Baden-Württemberg. Dort sind mehr als 24 000 Studenten in einem dualen Studiengang eingeschrieben: "Das liegt an der Tradition dieses Bundeslandes", sagt Martin Isenmann, Projektmitarbeiter von "Ausbildung Plus" - einem Internetportal, das vom Bibb erarbeitet wird und einen Überblick über Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen liefert.

Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg in diesem Jahr die duale Hochschule gegründet. Sie ist aus acht Berufsakademien entstanden. Deren Grundidee waren traditionell Studienangebote, in die Praxisphasen integriert werden. Heute nennt Hans Wolff, Gründungspräsident der dualen Hochschule, die Akademien sogar als eine Ursache für die gut funktionierende Wirtschaft des Landes. Für ihn ist klar, wie die Betriebe und auch die Studenten von der integrierten Ausbildung profitieren: "Wenn die Absolventen einen Betrieb kennen, können sie dort viel besser eingesetzt werden."

Die Teilnehmer verbringen jeweils ein halbes Jahr an einem der beteiligten Standorte etwa in Heidenheim, Karlsruhe oder Mannheim; danach gehen sie ein halbes Jahr in den Betrieb. In den Praxisphasen können die Studenten im Bachelor-Studium auch Credit-Points (Leistungspunkte) erwerben. "Die Ausbildung ist hart und verschult", sagt Wolff, "dafür aber effektiv." Rund 8 600 Firmen aus der Region konnte die Hochschule als Partner gewinnen.

Auch viele Konzerne bieten in Deutschland ein duales Studium an. Zu ihnen zählen Vattenfall, Volkswagen oder Bosch. Seit der Gründung eines neuen Entwicklungsstandorts in Abstatt in der Nähe von Heilbronn haben bei Bosch insgesamt 17 Azubis an einem kooperativen Studienmodell teilgenommen; sieben werden mittlerweile pro Jahrgang aufgenommen. "Diese Anzahl wollen wir auch beibehalten", erklärt Personalleiterin Monika Aldinger.

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