„Tor Vergata“ im Süden Roms
Spitzen-Ranking für die staatliche Universität

Gegen die Bocconi anzukommen, ist schwer, aber wir versuchen es.“ Gustavo Piga ist Dozent für Wirtschaftswissenschaften an der römischen Universität Tor Vergata. An der kleinsten und modernsten der vier Universitäten in der italienischen Hauptstadt sind rund 3500 Studenten in der Wirtschaftsfakultät eingeschrieben. Im Süden Roms, weit außerhalb, liegt die Campus-Uni, die gerade mit ihrer Überschaubarkeit kokettiert.

ROM. Jeder Italiener nennt Siena und Pisa, wenn er nach einer guten Ökonomie-Ausbildung an einer staatlichen Hochschule gefragt wird. An Tor Vergata, die vor zwölf Jahren gegründet wurde, dachte bis vor kurzem niemand.

Doch seit die Wirtschafts-Fakultät in Rom im vergangenen Jahr vom Marktforschungsinstitut Censis im Auftrag der Tageszeitung „La Repubblica“ auf Platz 1 der Hitliste der besten Wirtschafts-Studienbedingungen in Italien gewählt wurde, hat ein wahrer Run eingesetzt.

„Das Geheimnis des Erfolgs liegt darin, dass die Fakultät auf intelligente Art gemanagt wird“, sagt Piga, und nennt Kriterien, die anderswo Standard sind: „Technisch perfekt ausgestattete Hörsäle, Vorlesungen und Sprechstunden, die auch regelmäßig stattfinden, ein Tutor-System, das dem der Bocconi in nichts nachsteht, und ein internationales Netzwerk.“

Piero Tani, lange Jahre Dekan der Wirtschaftsfakultät der Universität Florenz, bestätigt den guten Ruf von Tor Vergata. „Es ist in Italien nicht selbstverständlich, dass sich die Dozenten intensiv um die Studenten kümmern, schon gar nicht an den staatlichen Hochschulen.“

Engen Kontakt zu Unternehmen und zur Arbeitswelt hat Dekan Luigi Paganetto seit Gründung der Fakultät aufgebaut. „Unsere Dozenten helfen den Studenten auch nach dem Examen noch“, sagt der Managertyp. Die Lehrenden der Tor Vergata arbeiten als Regierungsberater, bei der Uno, beim Währungsfonds oder bei der Weltbank. Wie Piga haben sie auch in den USA studiert. „Die staatliche Uni kann ihren Dozenten keine Spitzengehälter wie die Bocconi zahlen, wo freie Verträge ausgehandelt werden“, sagt der Dekan. „Um die Spitzenleute in Tor Vergata zu halten, bieten wir ihnen anderes an, zum Beispiel Raum für Forschung, kreative Arbeit mit den besten Studenten und vor allem Visibilität.“

Schwerpunkt der Ausbildung sind post-graduate-Studiengänge. Intensiv gearbeitet, so Piga, werde an der Internationalisierung der Fakultät. Die Homepage ist bereits auf Englisch übersetzt. Ab Herbst wird ein „Master in European Studies“ mit 40 Studienplätzen und ein „Master in European Economy and International Finance“ eingerichtet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%