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Umfrage: Die meisten Männer machen keinen Gebrauch von ihrem Anspruch auf Elternurlaub

Die meisten Männer in der EU wissen, dass sie Anspruch auf Elternurlaub ...

Die meisten Männer in der EU wissen, dass sie Anspruch auf Elternurlaub haben, nutzen ihn jedoch nicht - das ergab eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage. Von den 2819 in der EU-15 befragten Vätern und werdenden Vätern wussten 75% bzw. 2108 Befragte von diesem Anspruch. Von diesen 2108 sagten jedoch 84%, dass sie keinen Elternurlaub genommen haben und dies auch nicht vorhaben.
Die Hauptfaktoren, die Väter davon abhalten, zu Hause zu bleiben und sich um ein Baby oder ein Kleinkind zu kümmern, sind finanzielle Einbußen, Informationsmangel oder Sorgen über den weiteren Karriereverlauf. 18% der Befragten gaben an, sie nähmen keinen Elternurlaub, weil sie es sich nicht leisten könnten. 42% der EU-weit befragten 5688 Männer nannten ungenügenden finanziellen Ausgleich als Hauptargument gegen den Elternurlaub. 31% befürchteten einen Karriereknick und nur gut jeder Fünfte gab an, dass er seine berufliche Tätigkeit nicht unterbrechen wollte. Obwohl die EU-Richtlinie über Elternurlaub im Jahr 1996 verabschiedet wurde, fühlten sich 34% der Befragten nicht genügend über Elternurlaub informiert.
34% der Befragten gaben an, nicht genügend Informationen über Elternurlaub zu haben. Nach den Bestimmungen der Richtlinie 96/34/EG, die auf einer EU-weiten Rahmenvereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beruht, haben Männer und Frauen Anspruch auf mindestens drei Monate Elternurlaub zur Versorgung eines Babys, eines adoptierten Kindes oder eines Kindes im Alter von bis zu acht Jahren. 19% der befragten Männer betrachteten Elternurlaub jedoch noch immer hauptsächlich als Frauensache. 10% befürchteten, dass sie "zu Hause sitzen und weniger soziales Leben haben" würden.
In der Umfrage werden Faktoren ermittelt, die Männer zur Nutzung ihres Anspruchs auf Elternurlaub ermutigen könnten, der eigens dafür geschaffen wurde, berufstätigen Eltern ein Gleichgewicht zwischen beruflichem und familiärem Leben zu ermöglichen und die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Männern und Frauen zu fördern. Günstige Faktoren wären: mehr finanzieller Ausgleich (38%), bessere Garantien für den Arbeitsplatz oder die Karriere während oder nach dem Elternurlaub (30%) und mehr Information (27%). Eine offenere Einstellung von Vorgesetzten und Arbeitskollegen gegenüber dem Elternurlaub wäre ebenso hilfreich (23%) wie die Möglichkeit, den Elternurlaub aufzuteilen oder ihn in Teilzeit zu nehmen (18%).
Hinter den in der Studie für die EU-15 genannten Durchschnittswerten verbergen sich große Abweichungen zwischen den Mitgliedstaaten und zwischen soziodemografischen Gruppen. 34% der Schweden, 10% der Dänen und 9% der Finnen sagten, sie hätten Elternurlaub für alle oder mehrere ihrer Kinder genommen oder hätten vor, diesen Elternurlaub zu nehmen. Diese Zahl liegt für Luxemburg bei 0% und für Deutschland, Spanien, Irland, Österreich und Portugal bei 1%. Die Sorgen über den finanziellen Ausgleich stiegen mit der Höhe des Bildungsniveaus: 38% derjenigen, die mit fünfzehn Jahren oder früher die Schule verlassen hatten, führten diesen Grund an - gegenüber 46% der Männer, die bis zum Alter von 20 Jahren oder länger eine Ausbildung absolviert hatten (Quelle: Pressemitt. der EU-Komm.).

Quelle: DER BETRIEB, 29.09.2004

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