Umstellungen bei Firmen
Alter schützt vor Arbeit nicht

Das Problem der Überalterung ist nicht nur ein gesellschaftliches: Firmen müssen sich den veränderten Ansprüchen der Belegschaft anpassen. Beim Autohersteller Audi läuft mit „Silverline“ ein Pilotprojekt, das ausloten soll, welche Arbeitsbegindungen erforderlich sind, damit auch ältere Mitarbeiter volle Leistung bringen können.

NECKARSULM/DÜSSELDORF. Wenn Audi-Manager vom „Silverline“ erzählen, sprechen sie nicht von einem neuen Fahrzeugmodell ihres Arbeitgebers. Und das, obwohl viele „Silverliner“ in der modernen, hellen Produktionshalle am Standort Neckarsulm zu finden sind, in der Audi den neuen Sportwagen R8 montiert. „Silverliner“ werden bei Audi die älteren Arbeiter genannt, die speziell in der R8-Kleinserienfertigung eingesetzt werden.

Thomas Helter ist einer von ihnen. Seit 21 Jahren schuftet der 46-Jährige in dem Audi-Werk nahe Heilbronn. 18 davon hat er am Produktionsband der Großserienfertigung verbracht, zuletzt in der Cockpitmontage. Er weiß, wovon er spricht, wenn er die Unterschiede am neuen Arbeitsplatz in der R8-Kleinserie beschreibt: „Der Druck ist der gleiche, wir haben ähnliche Vorgaben. Aber die einseitige körperliche Belastung bei der Arbeit ist deutlich geringer.“

„Silverliner“ wie Helter sind in der R8-Fertigung an vielen Stellen zu finden: mehr als ein Drittel der hier Beschäftigten hat Audi bewusst aus dem Kreis der über 40-Jährigen ausgewählt. Mit diesem Pilotprojekt bereitet sich der Konzern auf eine der größten Herausforderungen für das Personalmanagement vor – besonders in produzierenden Betrieben: die Alterung der Belegschaft infolge des demographischen Wandels.

Nach Daten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO werden in zehn Jahren die über 40-Jährigen in Deutschland rund 60 Prozent der Bevölkerung stellen. Viele Firmen unterschätzen die Folgen, ergab eine in der vorigen Woche veröffentlichte Studie des Personaldienstleisters Adecco. Es werde zu wenig ins betriebliche Gesundheitsmanagement oder in die Neugestaltung von Berufslaufbahnen investiert.

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