Unternehmen können ihre Beschäftigten immer besser kontrollieren
„Big Brother“ am Arbeitsplatz

Egal ob Verkäuferin bei Lidl oder Manager bei der Deutsche Telekom - niemand scheint heute so recht vor der Bespitzelung durch seinen Arbeitgeber sicher zu sein. Für den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar steht längst fest: "Die Überwachung von Mitarbeitern ist alles andere als ein Einzelfall."

ap DÜSSELDORF. Tatsächlich sind die Kontrollmöglichkeiten für die Unternehmen in den vergangenen Jahren gewachsen. "Nicht nur Videokameras, sondern auch Zugangskontrollsysteme registrieren, wo sich der Arbeitnehmer aufhält, Mobiltelefone und Kraftfahrzeuge von Außendienstmitarbeitern werden geortet und die Computernutzung am Arbeitsplatz kann bis ins Detail heimlich nachvollzogen werden", beschreibt Deutschlands oberster Datenschützer die vielfältigen Kontrollmöglichkeiten.

Und wo das nicht reicht, greifen Unternehmen gerne auch auf die Hilfe von Detektiven zurück. Bei fast 80 Prozent der Aufträge der im Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) zusammengeschlossenen Privatermittler gehe es um das Thema Wirtschaftskriminalität, vom Diebstahl bis zur Industriespionage, berichtete der BDD-Geschäftsführer Hans Sturhan am Montag der AP.

Gründe für das Kontrollbedürfnis gibt es genug. Allein der deutsche Einzelhandel erleidet jedes Jahr Untersuchungen zufolge Milliardenverluste durch diebische Mitarbeiter. Dennoch ist längst nicht alles, was möglich ist, auch erlaubt. Oft bewegen sich Unternehmen und Ermittler in einer Grauzone.

Der Teufel liegt im Detail. Beispiel: Telefonieren am Arbeitsplatz: Im Prinzip ist hier eine Kontrolle zulässig. "Bei Dienstgesprächen gilt das Fernmeldegeheimnis nicht. Zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle kann der Arbeitgeber z.B. stichprobenartige Kontrollen durchführen", betont der Datenschutzexperte Rechtsanwalt Frank Henkel. So können Verbindungsdaten etwa zum Zweck der Kostenkontrolle oder der Missbrauchskontrolle gespeichert und auch ausgewertet werden. Doch müsse dabei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

Seite 1:

„Big Brother“ am Arbeitsplatz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%