Unternehmensberatungen in Deutschland
Berater brauchen Verstärkung

Für Berater sind die Zeiten rosig: Die Unternehmensberatungen in Deutschland wollen weiter wachsen und suchen dringend versierte Mitarbeiter. Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) stieg der Branchenumsatz im Jahr 2007 um gut elf Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Gute Aussichten haben auch Um- und Quereinsteiger.

cob DÜSSELDORF. Egal, ob kleine oder große Beratung, auch für das Jahr 2008 geht das Gros der Firmen von deutlichem Wachstum aus und sucht deshalb dringend Verstärkung. Antonio Schnieder, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), rechnet "mit bis zu 10 000 neuen Stellen in diesem Jahr".

Im vergangenen Jahr waren bei rund 13 900 Beratungsfirmen in Deutschland rund 78 000 Consultants tätig. Das bedeutete ein Jobplus gegenüber 2006 von knapp sieben Prozent. Kräftige Wachstumsimpulse kommen in diesem Jahr aus der Chemie- und Pharmabranche sowie dem Anlagen- und Maschinenbau. Da der Arbeitsmarkt weitgehend leergefegt ist, buhlen die Beratungshäuser um Talente.

Bei den Neueinstellungen wollen die Arbeitgeber auf eine ausgewogene Mischung aus jungen Hochschulabsolventen, berufserfahrenen Seiteneinsteigern aus der Industrie und gestandenen Beraterpersönlichkeiten achten. Joachim Staude, Vize-Präsident des BDU und hauptberuflich Personalberater bei PMC International sagt: "Headhunter sind verstärkt auf der Pirsch nach Kräften, die sich abwerben lassen."

Natürlich legen die Beratungshäuser auch Eigeninitiative an den Tag: Accenture etwa hat Prämien für seine Mitarbeiter ausgelobt, die fähige Verstärkung vermitteln. Bei McKinsey fließt das Recruiting neuer Mitarbeiter in die Zielvereinbarungen der Führungskräfte ein. Derzeit haben sogar Konzertpianisten als Quereinsteiger gute Einstellungschancen. Denn der Auftrag lautet: Prozesse bei den Kunden gestalten. Dafür sind erfahrene Macher oder Leute mit neuem Blickwinkel gefragt. Je weniger spezialisiert ein Beratungsunternehmen, desto offener ist es für Quereinsteiger sämtlicher Fachrichtungen.

Gezielt bemühen sich die großen Häuser um Ingenieure und Naturwissenschaftler. Wer keinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund mitbringt, wird nachträglich fit gemacht. Eine Zielgruppe, die zurzeit alle heftig umwerben: Frauen. Erklärtes Ziel der Unternehmensberater: Den Anteil ihrer weiblichen Consultants von derzeit 18 Prozent auf 25 Prozent in 2010 anzuheben. Flexibles, mobiles Arbeiten oder Kinderbetreuung sind wichtige Argumente, um Frauen als Mitarbeiter zu gewinnen - und dauerhaft zu halten.

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