Unternehmenskultur bei Ferrari
Formula Uomo

Zum dritten Mal ist Ferrari von Studenten der einheimischen Top-Universitäten zum beliebtesten Arbeitgeber Italiens gewählt worden. Angesichts von kostenlosem Fitnesstraining, einer faszinierenden Marke und einem einzigartigen Teamgeist kein Wunder. Nur einen Traum kann der Personalchef seinen Leuten nicht erfüllen.

MARANELLO. Egal, wie und wo Marco Este neue Leute kennen lernt, eines behält der IT-Spezialist vom Gardasee erst einmal für sich: "Ich hüte mich zu erzählen, wo ich arbeite." Ist er nicht stolz darauf, für Ferrari zu arbeiten? "Um Himmels willen, im Gegenteil", sagt der junge Techniker der Sportwagenschmiede aus Maranello. Aber auf den Ansturm neugieriger Frager und heißer Job-Aspiranten kann er verzichten.

Ferrari, das steht nicht nur für PS-strotzende Sportwagen, für Michael Schumacher, Formel 1 und meist unerfüllt bleibende automobile Träume. Ferrari weckt noch mehr Begehrlichkeiten: Das Unternehmen, das gerade einmal 2 800 Mitarbeiter beschäftigt, ist der beliebteste Arbeitgeber Italiens. Zum dritten Mal in Folge landete der Sportwagenhersteller bei einer Befragung von fast 5000 Hochschülern an den besten italienischen Universitäten durch das Stockholmer Institut Universum Communications auf dem ersten Platz.

Selbst jenseits der Landesgrenzen wirkt das Unternehmen auf Absolventen wie ein Magnet. Jeder neunte Ferraristi mit Uni-Abschluss ist Ausländer. Umgekehrt gilt: Die Beschäftigten sind gefragte Experten, Abwerbungsversuche gibt es fast täglich, meist jedoch ohne Erfolg. Wer einmal da ist, will so schnell nicht mehr weg. Und längst nicht jeden lockt und bindet bloß die Faszination der starken Marke. Die 33-jährige Barbara Galli, die nach dem Wirtschaftsstudium über BMW Italia und Maserati in die Marktforschung nach Maranello kam, schätzt anderes an ihrem Arbeitgeber: "Die Aufmerksamkeit, die Ferrari der Person schenkt, ist für mich das Wichtigste."

Dass dies keine Floskel ist, zeigt schon die ungewöhnliche Architektur. Aus ihrem gläsernen Büro sieht Barbara Galli morgens die Sonne am Himmel und unten im Innenhof ein Bambuswäldchen. Die vielen Wasserflächen zaubern Lichtreflexe auf Decken und Wände, ein Werk des römischen Architekten Massimiliano Fuksas. In dieser inspirierenden Umgebung soll der Kopf frei werden, damit Raum für kreative Ideen entsteht.

Ferrari-Retter Luca di Montezemolo holte die entspannende Zen-Atmosphäre nach Maranello. Seit 1997 gibt es bei Ferrari die Formula Uomo, die "Formel Mensch". Sie stellt das Individuum in den Mittelpunkt des Unternehmens, die Architektur der futuristischen Büro- und Fabrikgebäude am Gründungssitz von Werk und Rennstall unterwirft sich dieser Maxime. Der Mensch soll nicht nur arbeiten, sondern sich auch wohl fühlen. Das leistet auch die "Formel Wellness", ein für die Beschäftigten kostenloses Fitnesstraining unter medizinischer Betreuung und regelmäßige fachärztliche Untersuchungen. Für Frauen - zehn Prozent der Ferrari-Belegschaft - gibt es spezifische Extra-Angebote.

Für Gallis Kollegen aus der Marketing-Abteilung, den 30-jährigen Stefano Sbettega, zählen die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten. "Seit ich 2002 mit einem Praktikum bei Ferrari angefangen habe, hat sich für mich viel verändert - immer zum Besseren", sagt Sbettega. Drei intensive Jahre liegen hinter ihm, fünfmal hat er den Aufgabenbereich gewechselt, dabei eine Karrierestufe nach der anderen erklommen. "Wir geben dir die Möglichkeit, dich zu beweisen" hörte der Betriebswirt mit einem Master in Kommunikation ein ums andere Mal. Sbettega: "Ferrari motiviert und bereichert mich."

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