Untersuchung
Die 10 schlimmsten Karrierekiller

Ein verpasster Geschäftstermin, ein lückenhaftes Konzept oder ein Rechenfehler in einer Kalkulation: alles ärgerlich, aber sicher keine Aufstiegsbremse. Die wirklichen Karrierekiller förderte jetzt eine Untersuchung des Bundes Deutscher Unternehmensberater zutage.
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1. Karrierekiller: Selbstüberschätzung

Ehrgeiz ist eine Bedingung für persönlichen Erfolg. Gerade Jobeinsteiger wollen oft vom ersten Tag an demonstrieren, dass sie "Macher" sind. Karriere ist für sie eine Jagd nach Superlativen: schneller, höher, weiter. Dabei lassen sie keine Zweifel daran, was für tolle Typen sie sind und wie viel sie schon bald verdienen werden. Aber wer es übertreibt, wird im Unternehmen bald nur noch von sich selbst geschätzt.

Verbissener Ehrgeiz verbaut den Blick für die Realität, macht überheblich. Kritiker werden gemieden. Dabei sind gerade sie so wichtig - sie bewahren uns vor den schlimmsten Fehlern. Ihre Einwände mögen nicht immer zutreffen, aber wer sachliche oder persönliche Kritik ignoriert, schränkt seinen Horizont gefährlich ein. Und wer Unfähigkeit immer nur bei anderen sieht, ist auf dem besten Weg in einem Teufelskreis aus Frust und Isolation.

Die Grenze zwischen Selbstüberschätzung und Selbstbewusstsein ist fließend. Genau darin liegt ihre Gefahr: Betroffene seien oft in hohem Maß beratungsresistent und sähen es "als Zeichen von Genialität", an, was in Wahrheit ein Defizit ist, so Thomas Deininger, Gründer der gleichnamigen Personalberatung in Frankfurt.

2. Karrierekiller: Spielregeln nicht durchschauen

Neu im Job? Fein. Dann erwarten Sie jede Menge Herausforderungen und Chancen, sich weiterzuentwickeln - und auf die Nase zu fallen. Denn im neuen Umfeld gibt es zunächst kein Netzwerk, keine Lieblingskollegen, keine vertrauten Strukturen. Jetzt volle Pulle vorzupreschen, alles umzuorganisieren und allen seine genialen Ideen auf die Nase zu binden, wäre tödlich.

In jedem Unternehmen gibt es ungeschriebene Gesetze, feste Spielregeln. Sie sind Teil der Unternehmenskultur - jedoch oft versteckt. Bei den einen gehört es zum guten Ton, das Büro nicht vor 19 Uhr zu verlassen. Bei anderen darf die Geschäftsführung nicht offen kritisiert werden, obwohl angeblich konstruktive Anregungen erwünscht sind. Wieder andere werten mangelnden Ellbogeneinsatz als Zeichen von Schwäche.

"Kein Unternehmen kommuniziert solche Spielregeln offen", sagt der Saarbrücker Personalmanagement-Professor Christian Scholz. Die richtige Strategie für die ersten Wochen lautet deshalb: aufmerksam beobachten und im Zweifel schweigen. Wer gibt den Ton an? Was wird von Mitarbeitern erwartet - bezüglich Kleidung, Arbeitszeiten, Umgangsformen, Einsatz? Welche Freiheiten kann man sich nehmen - und welche sind nur Legende? Das sind Fragen, die erst einmal klar beantwortet sein müssen.

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