Urteil aus Rheinland-Pfalz
Einbehalten von Kundengeldern rechtfertigt fristlose Kündigung

Ein Mitarbeiter, der seinem Arbeitgeber Kundengelder vorenthält, weil beide Seiten im Streit um Lohn liegen, darf fristlos entlassen werden. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz entschieden.

HB MAINZ. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, ein solches Verhalten stelle eine "ganz erhebliche Treuepflichtverletzung" dar. Dem Arbeitgeber sei es nicht zuzumuten, den Betroffenen weiterhin zu beschäftigen - und sei es bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist.

In der Urteilsbegründung heißt es weiter, der Mitarbeiter habe durch seine Eigenmächtigkeit seine Loyalitätspflichten verletzt. Insbesondere bei Vermögensdelikten, die sich gegen die finanziellen Interessen des Arbeitgebers richten, sei ein strenger Maßstab anzulegen.

Der betroffene Arbeitnehmer hatte sich mit einer Kündigungsschutzklage gegen den fristlosen Rauswurf gewehrt. Der Kläger hatte rund 2800 Euro an Kundengeldern entgegengenommen und für sich behalten, um es in dem Streit um Lohn als "Faustpfand" einzusetzen. Als der Arbeitgeber dies bemerkte, kündigte er dem Beschäftigten fristlos.

(Az.: 5 Sa 608/04)

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