Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Gekündigt nach Hammerwurf auf Chef

Auch in der größten Wut darf ein Arbeitnehmer nicht mit einem Hammer nach seinem Vorgesetzten werfen. Nach einem solchen Wurf durfte einem Elektroinstallateur zu Recht fristlos gekündigt werden.

HB FRANKFURT. Das Arbeitsgericht Frankfurt bestätigte in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil die Entlassung des Mannes nach rund 30 Jahren Tätigkeit in dem Handwerksbetrieb und wies die Klage des Arbeitnehmers zurück.

Zwischen den beiden Männern war es in einer zu renovierenden Wohnung in Frankfurt zum Streit über den genauen Arbeitsplan gekommen. Nach Aussagen eines Auszubildenden warf der Arbeitnehmer den Hammer auf Brusthöhe gegen den Vorgesetzten, den er seit 30 Jahren kannte. Der Chef konnte rechtzeitig zur Seite springen, so dass der Hammer ihn verfehlte.

Laut Urteil ist eine solche Attacke "ein nicht wieder gutzumachender Verstoß gegen arbeitsvertragliche Loyalitätspflichten". Auch eine Abmahnung habe nicht erst ausgesprochen werden müssen: "Es kann nicht sein, dass man als Arbeitnehmer einen Hammerwurf gegen den Chef frei hat", sagte der Vorsitzende Richter.

Az.: 6 Ca 73 81/04

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