Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt: Gekündigt nach Stechuhr-Manipulation

Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Gekündigt nach Stechuhr-Manipulation

Auch ohne konkreten Schaden Kündigungsgrund ist eine Manipulation an einer Stechuhr ein ausreichender Grund zur fristlosen Kündigung eines Arbeitnehmers.

HB FRANKFURT/M. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil festgestellt. Die Richter wiesen damit die Klage eines Sachbearbeiters gegen ein Börsenunternehmen zurück.

Recherchen der Firma hatten ergeben, dass der Mitarbeiter Arbeitszeiten in das Gerät eingegeben hatte, die nicht mit seinen tatsächlichen Zeiten übereinstimmten. Zu seiner Rechtfertigung erklärte der Mann, er habe das schon "seit längerem" so gemacht, weil er nicht nach Stunden, sondern nach Arbeitsergebnissen bezahlt werde. Ein Schaden sei deshalb gar nicht entstanden.

Nach dem Urteil müssen sich Firmen derartige Unkorrektheiten "nicht einen Tag länger" gefallen lassen. Nachdem der Arbeitnehmer freimütig bekannt habe, die Arbeitszeiten schon längere Zeit manipuliert zu haben, sei auch keine besondere Abmahnung mehr erforderlich gewesen. Manipulationen an Arbeitszeiterfassungsgeräten erfüllten den Straftatbestand der Urkundenfälschung und des Betruges, erklärte der Vorsitzende Richter. Im Arbeitsvertrag seien genaue Arbeitszeiten vorgegeben, die auch einzuhalten seien.

Az. 18/2 Ca 4896/03

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