Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Kündigung nach eigenmächtiger „Abschlagszahlung“

Nimmt ein Arbeitnehmer ohne Erlaubnis der Vorgesetzten "Abschlagszahlungen" aus der Firmenkasse, so rechtfertigt dies stets seine fristlose Kündigung.

HB FRANKFURT/M. Dies gilt nach Auffassung des Arbeitsgerichts Frankfurt auch dann, wenn diese Praxis erst längere Zeit im Betrieb geduldet wurde. Mit ihrem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil wiesen die Richter die Klage eines Taxifahrers gegen ein Transportunternehmen zurück und erklärten dessen fristlose Kündigung für zulässig.

Die Vorgesetzten hatten es über einen längeren Zeitraum geduldet, wenn sich der Fahrer nach dem Dienst einen Teil der Tageseinnahmen als "Lohnabschlag" gegen Quittung aus der Kasse genommen hatte. Später verboten sie jedoch diese Praxis und hielten sich an die arbeitsvertragliche Vereinbarung, wonach der gesamte Lohn erst am Ende des Monats gezahlt wurde. Der Taxifahrer ignorierte indes diese Anweisung und nahm sich stattdessen weiterhin "Abschläge" aus der Kasse. Als auch eine Abmahnung nichts nützte, wurde ihm fristlos gekündigt. Laut Urteil müssen Vorgesetzte eine solche "Selbstbedienung" grundsätzlich nicht dulden.

Az.: 9 Ca 5413/04

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