Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt/M.
Fristlose Kündigung nach Beteiligung an Schlägerei

Wer sich an einer Schlägerei im Kollegenkreis beteiligt, riskiert seinen Job. Eine fristlose Kündigung ist auch dann gerechtfertigt, wenn ein Strafverfahren zuvor "wegen geringer Schuld" eingestellt wurde.

HB FRANKFURT/M. Mit ihrem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil wiesen die Richter des Arbeitsgerichts Frankfurt die Klage eines Abfertigers gegen ein Luftfrachtunternehmen zurück. Zwischen dem Arbeitnehmer und einem Kollegen war es nach zunächst verbalem Geplänkel zu einer handfesten Schlägerei gekommen. Der am Kiefer erheblich verletzte Kontrahent musste mit dem Notarztwagen in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert werden. Beiden Kontrahenten wurde fristlos gekündigt.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Strafverfahren gegen den Abfertiger "wegen geringer Schuld" ein. Darauf berief sich der Arbeitnehmer im Kündigungsschutzprozess und betonte zudem, von dem Kollegen provoziert worden zu sein. Das Gericht blieb hart: Arbeitnehmer, die sich zu Schlägen gegen Kollegen hinreißen lassen, müssen stets den Verlust ihres Arbeitsplatzes hinnehmen. Eine fristlose Kündigung sei allein wegen der "Wahrung des Betriebsfriedens" zu rechtfertigen.

Az.: 5/3 Ca 6074/03

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