Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt/Main
Miese Sprachkenntnisse sind kein Grund zur Kündigung

Schlechte Deutsch-Kenntnisse allein sind nicht automatisch ein Grund zur Kündigung eines Angestellten. Wenn am geforderten Sprachkurs teilgenommen wurde, besteht keine negative Zukunftsprognose.

HB FRANKFURT/M. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines englischsprachigen Analysten gegen eine Bank statt und erklärten dessen Kündigung für unwirksam.

Die Bank hatte dem Mitarbeiter nach rund zwei Jahren wegen schlechter Deutsch-Kenntnisse und "nicht ausreichender kommunikativer Fähigkeiten" gekündigt. Laut Urteil versäumte es das Unternehmen dabei, auf die konkreten betrieblichen Auswirkungen der angeblichen Mängel beim Arbeitnehmer hinzuweisen. Darüber hinaus habe die Bank auch die für eine Kündigung erforderliche negative Zukunftsprognose nicht nachweisen können. So habe der Arbeitnehmer an dem im Arbeitsvertrag vereinbarten Deutschkurs teilgenommen. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass es auch künftig bei den mangelhaften Sprachkenntnissen des Klägers bleiben werde, so die Richter.

Az: 18 Ca 8546/03

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