Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt/Main
Wer zu langsam arbeitet fliegt

Benötigt ein Arbeitnehmer mehr als doppelt so lange für eine Tätigkeit wie sein Kollege, so ist - nach Arbeitsanweisung und Abmahnung - eine fristgerechte Kündigung zulässig.

HB FRANKFURT/M. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil entschieden. Die Richter wiesen damit die Klage einer Architektin gegen einen hessischen Landkreis zurück, der der Frau fristgerecht gekündigt hatte.

Die Architektin befasste sich in der Kreisverwaltung mit der Erstellung fachlicher Gutachten und der Überprüfung privater Bauvorhaben. Die Kündigung bezog sich auf ein Gutachten, das von der Arbeitnehmerin trotz mehrerer Anmahnungen auch nach 96 Arbeitstagen nicht fertig gestellt worden war. Nach Ansicht der Vorgesetzten hätten aber 40 Arbeitstage gereicht. Auch nach einer schriftlichen Arbeitsanweisung und einer Abmahnung legte die Frau das Gutachten nicht vor.

Laut Urteil kann ein Arbeitgeber bei einer derartig langen Bearbeitungsdauer arbeitsrechtliche Sanktionen ergreifen. Brauche ein Mitarbeiter für seine Aufgaben mehr als doppelt so lange wie ein vergleichbarer Arbeitnehmer, sei keine "angemessene Ausschöpfung" seiner Fähigkeiten mehr gegeben, heißt es in der Entscheidung.

Az: 2 Ca 254/04

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