Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Schriftlicher Vertrag ist schriftlich zu kündigen

Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt ist die telefonische Kündigung von schriftlich abgeschlossenen Dienstverträgen grundsätzlich unzulässig. Das Gericht gab damit in seiner am Mittwoch bekannt gewordenen Entscheidung der Zahlungsklage einer Messehostess gegen ein Automobilunternehmen statt. Die Firma muss das vereinbarte Honorar für die Tätigkeit auf der Automobilmesse nachzahlen.

HB FRANKFURT/M. Der Automobilkonzern und die Frau hatten einen schriftlichen Vertrag über die Betreuung des Messestandes und ein dafür zu zahlendes Honorar von rund 1 130 Euro geschlossen. Noch vor Messebeginn rief ein Mitarbeiter des Unternehmens jedoch bei der Frau an und teilte ihr mit, dass kurzfristig die Hostess-Stellen gekürzt worden seien und kein freier Platz mehr für sie existiere. Später stellte sich heraus, dass das Unternehmen statt der Klägerin eine andere Frau angeheuert hatte. Offenbar hatte es bei früheren Veranstaltungen Beschwerden über die Hostess gegeben.

Laut Urteil bedarf eine fristlose Kündigung eines schriftlichen Vertrages grundsätzlich der Schriftform. Darüber hinaus habe das Unternehmen keine detaillierten Gründe für das abrupte Ende der Zusammenarbeit angegeben. Der von dem Mitarbeiter am Telefon angegebene Grund der Stellenkürzung habe sich jedenfalls als unwahr herausgestellt.

Az. 31 C 3667/03-83

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