Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt: Versetzung über große Distanz benötigt Änderungskündigung

Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Versetzung über große Distanz benötigt Änderungskündigung

Soll ein Arbeitnehmer in eine rund 170 Kilometer entfernte Firmenniederlassung versetzt werden, so ist dazu eine Änderungskündigung erforderlich. Ohne diese ist die Versetzung unzulässig.

HB FRANKFURT/MAIN. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden. Die Richter gaben damit der Klage eines kaufmännischen Sachbearbeiters gegen die Deutsche Lufthansa statt. Die Versetzung des Mannes von Frankfurt nach Köln wurde für gegenstandslos erklärt.

Das Unternehmen hatte die Versetzung mit der Zentralisierung der kaufmännischen Abteilung in Köln begründet. Die Vorgesetzten beriefen sich dabei auf ihr Weisungs- und Direktionsrecht, dem sich der Mitarbeiter zu beugen habe.

Laut Urteil geht dieses Weisungsrecht aber nicht so weit, dass erhebliche Änderungen der Arbeitsbedingungen vom Arbeitnehmer akzeptiert werden müssten. Bei der Frage einer Versetzung von Frankfurt nach Köln müssten schließlich neben der An- und Abfahrt auch die familiären und sozialen Bindungen berücksichtigt werden, die der Arbeitnehmer in zehn Jahren Tätigkeit in Frankfurt aufgebaut habe. Ohne eine Änderungskündigung, die sozial und betrieblich zu rechtfertigen ist, sei daran jedenfalls nicht zu rütteln.

Az. 18 Ca 4485/04

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