Urteil des Bundesarbeitsgerichts
Feiertagszuschlag auch bei Krankheit

Wenn ein Arbeitnehmer erkrankt, kann sich sein Anspruch auf Lohnfortzahlung sogar auf den Feiertagszuschlag erstrecken. Das muss allerdings im Tarivertrag oder in einer Betriebsvereinbarung so geregelt sein.

HB ERFURT. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sprach einem Drucker aus Bayern am Mittwoch in Erfurt zusätzlich zur Entgeltfortzahlung bei Krankheit eine Feiertagsbezahlung und tariflichen Feiertagszuschlag von 170 Prozent zu. Er war an Fronleichnam arbeitsunfähig krank und sollte an dem Tag ursprünglich zehn Stunden arbeiten.

Wenn ein Tarifvertrag nicht auf den Lohnausfall, sondern auf eine Durchschnittsgröße abstelle, dabei aber eine Tür für die Ausfallregelung offen lasse, sei diese Regelung auch anwendbar. Im konkreten Fall gab es eine Betriebsvereinbarung, nach der dem Arbeitnehmer gezahlt werden muss, was er verdient hätte ohne den Krankheitsfall. "Hierzu gehört auch der Feiertagszuschlag." Dem Tarifvertrag war laut BAG nicht zu entnehmen, dass der Zuschlag nur bei der tatsächlichen Arbeitsleistung gezahlt werden soll.

Az.: 5 AZR 68/04

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