Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts
Krankheits-Attest kann ab ersten Tag gefordert werden

Bereits am ersten Tag ihrer Krankheit können Arbeitnehmer dazu verpflichtet sein, ihrem Arbeitgeber ein ärztliches Attest abzuliefern. Nur so könne der Arbeitgeber häufige kurze Krankheiten überprüfen.

HB FRANKFURT/M. Das hat das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. Die Richter wiesen damit die Klage eines Teamleiters gegen ein Computerunternehmen zurück und erklärten eine wegen verspäteter Attestvorlage erteilte Abmahnung für zulässig.

Der Mitarbeiter hatte sich immer wieder für wenige Tage krankschreiben lassen. Um dies besser überprüfen zu können, verlangte die Firma von ihm bereits am ersten Krankheitstag ein Attest. Der Arbeitnehmer berief sich jedoch auf die gewöhnliche Frist von drei Tagen und monierte die fehlende Mitbestimmung des Betriebsrates.

Laut Urteil können Firmen die sofortige Vorlage des Attests verlangen, wenn ein "wichtiger Grund" vorliegt. Die häufigen Kurzerkrankungen des Mitarbeiters seien ein solcher Grund. Damit entfalle auch das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates, entschieden die Richter.

Az: 6 Sa 463/03

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