Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts
Kündigung wegen Privatarbeit

Der Grat zwischen einer kleinen privaten Gefälligkeit und Betrug zu Lasten des Arbeitgebers ist für Vorgesetzte extrem scmal. Wer Kollegen während der Arbeitszeit für sich privat arbeiten lässt, riskiert die fristlose Kündigung.

HB FRANKFURT/MAIN. Das geht aus einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt hervor. Die Richter wiesen damit die Klage eines Abteilungsleiters gegen ein Industrieunternehmen zurück und erklärten dessen fristlose Entlassung für zulässig.

Der Arbeitnehmer hatte zwei ihm unterstellte Mitarbeiter während der Arbeitszeit in der Firma Bauteile für sein Privathaus fertigen lassen. Die beiden Männer stellten unter anderem ein Treppengeländer sowie mehrere Fensterbänke her. Vor Gericht griff der Abteilungsleiter die Kündigung mit dem Hinweis an, es habe sich nur um "kleine Gefälligkeiten" während der Arbeitspause gehandelt.

Die Richter wiesen jedoch darauf hin, dass beide Arbeitnehmer jeweils länger als 20 Stunden für ihren Abteilungsleiter privat tätig gewesen seien. Deshalb sei vielmehr von einem Betrug zu Lasten des Arbeitgebers auszugehen, der auch nach einem zehnjährigen Beschäftigungsverhältnis eine fristlose Kündigung ohne vorausgegangene Abmahnung rechtfertige.

Az: 14 Sa 2028/03

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