Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts: Sonderurlaub nicht eigenmächtig verlängern

Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts
Sonderurlaub nicht eigenmächtig verlängern

Wer einen genehmigten Sonderurlaub eigenmächtig verlängert, riskiert seine Entlassung. Dies gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer nicht pünktlich aus unbezahltem Urlaub zurückkehrt.

HB FRANKFURT. Mit ihrer am Mittwoch bekannt gewordenen Entscheidung wiesen die Richter des hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt die Klage einer Erzieherin gegen eine katholische Kirchengemeinde als Trägerin eines Kindergartens zurück. Der Arbeitnehmerin waren drei Jahre unbezahlter Sonderurlaub gewährt worden, weil sie ihren Ehemann begleiten wollte, der beruflich nach Amerika ging. Nach dem Ende dieser Zeit kehrte die Frau jedoch nicht zurück. Sie vertrat die Ansicht, der Urlaub sei vom Gemeindepfarrer verlängert worden. Die Gemeinde kündigte ihr fristlos.

Wie aus dem Urteil hervorgeht, konnte die Frau vor Gericht nicht beweisen, dass der Urlaub tatsächlich verlängert worden war. Damit liege eine eigenmächtige Urlaubsverlängerung vor, die als erhebliche arbeitsvertragliche Pflichtverletzung eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertige. Der Arbeitnehmerin hätte klar sein müssen, dass die Vorgesetzten ein weiteres Fernbleiben nicht akzeptieren würden, heißt es in der Entscheidung.

Az:. 1 Sa 872/04

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