Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz
Essen holen für Kollegen ist kein Kündigungsgrund

Wer für seine Kollegen kein Essen holt, riskiert dadurch nicht seinen Arbeitsplatz. Dies ist als Grund für eine fristlose Kündigung nichtig.

HB MAINZ. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Freitag veröffentlichten Urteil. Nach Auffassung der Richter gilt das auch für Hilfsarbeiter. Auch zu dessen Aufgaben gehöre es nicht, für seine Kollegen Essen zu holen. Der Arbeitgeber dürfe dies auch nicht im Rahmen seines Direktionsrechts anordnen.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Hilfsarbeiters statt. Der Kläger hatte sich gegen seine fristlose Entlassung gewandt, die der Arbeitgeber mit einer "beharrlichen Arbeitsverweigerung" des Mannes begründet hatte. Konkret hatte sich der Hilfsarbeiter geweigert, für seine Kollegen Essen zu holen.

Das LAG sah für eine fristlose Kündigung keinen wichtigen Grund, wie ihn das Gesetz ausdrücklich fordere. Ein Mitarbeiter müsse Weisungen des Arbeitgebers, die über seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen hinausgingen, nicht nachkommen.

Az.: 10 Sa 33/04

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