Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz
Mündlich kündigen gilt nicht

Erklärt ein Mitarbeiter seine Kündigung dem Arbeitgeber gegenüber mündlich, so ist diese Erklärung nichtig.

HB MAINZ. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Um Arbeitnehmer vor einer voreiligen und unüberlegten Kündigung zu schützen, verlange das Gesetz eine schriftliche Kündigung. Davon könne grundsätzlich nicht abgewichen werden.

Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Zahlungsklage eines Kraftfahrers statt. Der Kläger hatte rückständigen Lohn eingeklagt. Dem hatte der Arbeitgeber entgegengehalten, der Kläger habe zuvor selbst mündlich gekündigt. Zwar habe er später seine Arbeitskraft wieder angeboten, doch da das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung beendet worden sei, habe aus seiner Sicht keine Veranlassung bestanden, den Kläger weiter zu beschäftigen. Daher habe dieser auch keine Lohnansprüche.

Das LAG folgte dem nicht. Die Richter verwiesen darauf, zwischen dem Kläger und dem Arbeitgeber habe weiterhin ein Arbeitsverhältnis bestanden. Dass der Arbeitgeber den Kläger nicht mehr habe arbeiten lassen, sei sein Risiko gewesen. Da dieser jedenfalls arbeitswillig gewesen sei, habe er seinen Lohnanspruch behalten.

Az.: 10 Sa 19/04

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