Urteil des Rheinland-Pfälzischen Landesarbeitsgerichts: Mitarbeiter muss vor fristloser Kündigung Arbeitgeber abmahnen

Urteil des Rheinland-Pfälzischen Landesarbeitsgerichts
Mitarbeiter muss vor fristloser Kündigung Arbeitgeber abmahnen

Auch ein Mitarbeiter muss bei einer fristlosen Kündigung seinen Arbeitgeber zuvor abmahnen. Denn auch der Arbeitgeber muss die Chance erhalten, sein Fehlverhalten künftig abzustellen.

HB MAINZ. Die Abmahnung sei Voraussetzung für spätere Schadensersatzansprüche wegen des Arbeitsplatzverlustes, entschied das rheinland-pfälzische Landesarbeitsgericht in Mainz in einem am Montag veröffentlichten Urteil.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Zahlungsklage eines Mitarbeiters gegen seinen früheren Chef ab. Der Kläger wollte rund 15 000 Euro Schadensersatz wegen des Verlustes seines Arbeitsplatzes, nachdem er selbst gekündigt hatte. Er sah sich dazu veranlasst, weil ihn der Arbeitgeber bei der Zuteilung von Kurzarbeit nach seiner Meinung benachteiligte.

Das Gericht ließ offen, ob die fristlose Kündigung in der Sache berechtigt war. Die Richter hielten dem Mann aber einen formellen Fehler vor: Er hätte nicht ohne vorherige Abmahnung kündigen dürfen. Denn auch der Arbeitgeber müsse die Möglichkeit haben, eventuelles Fehlverhalten zu korrigieren, bevor er mit einer Kündigung konfrontiert werde.

Az.: 4 Sa 653/04

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