US-Firmen gehen radikal gegen Raucher vor und verlangen zuweilen sogar Urintests – zum Beweis: Wer raucht, kann gehen

US-Firmen gehen radikal gegen Raucher vor und verlangen zuweilen sogar Urintests – zum Beweis
Wer raucht, kann gehen

Für Howard Weyers ist es eigentlich ganz einfach. „Wenn Du für mich arbeitest, dann erwarte ich, dass Du Nichtraucher bist. Gefällt Dir meine Einstellung nicht, dann heuer halt woanders an.“

LOS ANGELES. Der 71-jährige Präsident des Gesundheitsdienstleisters Weyco aus dem Örtchen Okemos im US-Bundesstaat Michigan hat noch nie ein Geheimnis aus seiner Geschäftspolitik gemacht.

Wohl auch deshalb beschloss der grauhaarige Manager vor zwei Jahren einen Einstellungsstopp für Raucher in seinem 200 Mitarbeiter starken Unternehmen. Aktiven Qualmern setzte der gesundheitsliebende Chef – er selbst joggt fünf Mal in der Woche – ein Ultimatum von 15 Monaten: Bis dahin hätten sie sich das Nikotin-Laster abzugewöhnen – sonst drohe die Kündigung. „Ich will gesunde Mitarbeiter. Deshalb gilt das Rauchverbot selbstverständlich auch für die eigenen vier Wände zu Hause“, verlangt Weyers.

Als der eigenwillige Manager kürzlich tatsächlich vier seiner Angestellten fristgerecht kündigte – sie hatten es nicht geschafft, ihre Sucht in der vorgeschriebenen Frist zu besiegen – brachte dies die gesamte amerikanische Bürgerrechtsbewegung auf die Barrikaden: „Ein klarer Eingriff in die Privatsphäre“, meint Kary Moss von der American Civil Liberties Union of Michigan (ACLU), einer mächtigen Bürgerrechtsunion. Auch Lewis Maltby vom National Workrights Institute schimpft: „Chefs dürfen nicht soweit gehen, dass sie sogar das Privatleben ihrer Angestellten kontrollieren.“

Oder dürfen sie doch? Das jedenfalls glaubt ein Großteil der Arbeitgeber. Eine nationale Studie der Society for Human Resource Management ergab darüber hinaus, dass ein Drittel aller Firmen in den USA ihren nikotinsüchtigen Mitarbeitern kostenlose Entzugsprogramme wie Akupunktur oder Therapiesitzungen anbieten. Die Hälfte aller befragten Unternehmen bevorzugen Nichtraucher in gehobenen Positionen.

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