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Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Studie "Erwartungen an familienfreundlichen Betrieb"

Neben der Frage nach einem Arbeitsplatz sei die Vereinbarkeit von Familie ...

Neben der Frage nach einem Arbeitsplatz sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf das "Topthema" für Familien, sagte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt bei der Vorstellung einer Studie zur Familienfreundlichkeit von Unternehmen.
Dabei sei Familienfreundlichkeit kein sog. weiches Frauenthema, sondern "ein hartes ökonomisches Thema und für die Innovationsfähigkeit unseres Landes von existentieller Bedeutung.
Mehrere Studien belegten, wer in Familienfreundlichkeit investiere habe die Nase vorn im Wettbewerb. "Es liegt daher im Interesse der Unternehmen, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der Wirtschaft zu machen."
Die Studie "Erwartungen an einen familienfreundlichen Betrieb" macht deutlich, dass familienfreundliche Arbeitszeiten von den Beschäftigten als wichtigstes Mittel genannt werden, um mehr Zeit für die Familie haben zu können. Zwar bewerten zwei Drittel der Befragten die Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation in ihrem Unternehmen als familienfreundlich. Dennoch werden Defizite benannt, insbesondere hinsichtlich familienfreundlicher Arbeitszeiten.
"Eines zeigt die Studie deutlich: Mütter und Väter wollen ihre Familienverpflichtungen und ihr berufliches Engagement miteinander verbinden", so Schmidt . Dies gelte im zunehmenden Maße auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die pflegebedürftige Personen betreuen. Elternzeit und Unternehmenskontakte müssen sich nicht ausschließen
Mütter und Väter möchten während der Elternzeit Kontakte zum Betrieb: 90 Prozent wünschen sich regelmäßige Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen. 78 Prozent der Befragten würden gern Elternzeit und Teilzeitarbeit kombinieren. Die gesetzlichen Voraussetzungen habe die Bundesregierung im "vollen Umfang" geschaffen, sagte .
Ein Großteil der Befragten würde die Elternzeit auch gern für berufliche Weiterbildung nutzen (74 Prozent) oder als Aushilfe oder Urlaubsvertretung (69 Prozent) einspringen.
Die Realität sieht anders aus. Die Studie zeigt, dass die tatsächlichen Kontakte in der Elternzeit zwischen den Arbeitnehmern und den Unternehmen weit geringer sind. Fast 60 Prozent der Befragten gaben an, dass es vor der Elternzeit kein Personalgespräch zu Perspektiven und möglichen Vereinbarungen in der Elternzeit gegeben habe. Dabei ist deutlich, dass gezielte Wiedereinstiegsprogramme die Bindung an das Unternehmen stärken.
Betriebliche Hilfen für private Notfälle
Sonderurlaubsregelungen bei Krankheit des Kindes oder für Kurzzeitpflege von Angehörigen wünschen sich über 90 Prozent. Ebenso wie die Möglichkeit einer betrieblichen Notfallbetreuung, falls die reguläre Kinderbetreuung ausfällt.
Nach Schmidts Worten lohne es sich für die Betriebe dazu etwas zu tun, damit Mütter sich im Krankheitsfall ihres Kindes nicht krankschreiben lassen müssten, wodurch Kosten entstünden.
Die Studie macht deutlich, wie wichtig das Engagement von Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräte hinsichtlich der Familienfreundlichkeit ist. "Hier gibt es noch viel Arbeit zu leisten", unterstrich .
Es liege in der gemeinsamen Verantwortung von Politik, Arbeitgebern, Gewerkschaften und der gesamten Gesellschaft eine bessere Balance für Familie und Erwerbsleben als Teil einer nachhaltigen Familienpolitik herzustellen.
Deshalb hat die Bundesfamilienministerin mit Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund die "Allianz für Familie" ins Leben gerufen. Diese Allianz und die Gewerkschaften unterstützen die Initiative "Lokale Bündnisse für Familie". Die Initiative erfreut sich großer Resonanz, gegenwärtig werden an 142 Standorten 40 lokale Bündnisse betreut (Quelle: Pressemitt. des BMFSJF).

Quelle: DER BETRIEB, 04.05.2004

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