Vertragsgestaltung, Sozialversicherung, Rückkehrrechte – viel Regelungsbedarf
Auslandseinsätze von Mitarbeitern erfordern Vorbereitung

Ob es um ein Projekt oder den Aufbau einer Tochtergesellschaft geht, um Montagearbeiten oder einfach um das Sammeln von Erfahrungen - große Unternehmen schicken Fach- und Führungskräfte gerne ins Ausland. Doch mit einem mündlichen Auftrag ist es in der Regel nicht getan; das deutsche Recht ist kompliziert.

KASSEL. Von der Vertragsgestaltung bis hin zur Sozialversicherung gilt es, unzählige Details zu beachten. Sind Auslandsaufenthalte schon bei der Einstellung absehbar, ist es daher sinnvoll, dies schon von Anfang an in den Arbeitsvertrag aufzunehmen. "Man kann nie einseitig vom Arbeitnehmer verlangen, ins Ausland zu gehen", sagt Hauke Rinsdorf, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Hamburger Kanzlei Behrens & Partner.

Für den konkreten Aufenthalt gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder der bestehende Vertrag wird ergänzt, etwa hinsichtlich Arbeitsort und Vergütung, oder er wird zum Ruhen gebracht. Für die Arbeit im Ausland wird dann ein neuer Vertrag geschlossen - nach deutschem oder nach ausländischem Recht, gegebenenfalls auch von der ausländischen Tochter oder Niederlassung.

"Der Arbeitnehmer wird häufig bedacht sein, einen Vertrag nach deutschem Recht zu bekommen, weil dann automatisch alle Schutzbestimmungen gelten", zum Beispiel zu Urlaub und Krankheit, so die Erfahrung Rinsdorfs. Eine Alternative sei es, Vorteile, die nach ausländischem Recht entfallen, vertraglich zu vereinbaren und auch ergänzende Versicherungen abzuschließen. Für manche Länder ist ein dortiger Vertrag zwingend, erklärt Björn Gaul von der Kanzlei CMS Hasche Sigle in Köln. Andernfalls gibt es keine Arbeitserlaubnis.

Wichtig aus Arbeitgebersicht ist eine zeitliche Flexibilität. Denn nicht selten dauern Projekte länger, als geplant. Für diesen Fall müsse die Möglichkeit einer Verlängerung sichergestellt sein, so Gaul. Am besten sei es, die Voraussetzungen hierfür von Beginn an festzulegen. Häufig gebe es allerdings familiäre Schwierigkeiten, etwa wegen schulpflichtiger Kinder. In solchen Fällen sei es üblich, dass das Unternehmen für die frühere Rückkehr der Familie und die dann doppelten Unterkunftskosten aufkomme.

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