Videokonferenzen sind kein Ersatz für persönlichen Kontakt
Unternehmen sparen drastisch bei Geschäftsreisen

Deutsche Unternehmen müssen sparen – und machen auch vor den Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter nicht halt. Während die Zahl der geschäftlich bedingten Reisen im vergangenen Jahr annähernd konstant blieb, gaben die Firmen dafür fast 20 Prozent weniger aus als im Vorjahr, hat der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) errechnet. Beliefen sich die Kosten 2003 auf 54,1 Mill. Euro, waren es im vergangenen Jahr nur 44 Mill. Euro.

DÜSSELDORF. „Fast drei von vier deutschen Unternehmen haben 2004 ihre Ausgaben für Geschäftsreisen zwischen zehn und 30 Prozent gesenkt“, sagte VDR-Präsident Michael Kirnberger. „Bei jedem zehnten Unternehmen lag der Einsparungseffekt sogar bei über 30 Prozent.“ Die Effizienz der Reisetätigkeit habe darunter aber nicht gelitten: „Die Unternehmen haben erkannt, dass sie ihre Kosten ohne Verlust an Sicherheit und Qualität senken können“, so Kirnberger. Vor allem größere Konzerne hätten dafür eine strikte Kostenkontrolle eingeführt: Intensive Preisvergleiche, die Nutzung von Billig-Airlines und Direktbuchungen im Internet unter Ausschaltung der Reisestellen böten die größten Sparpotenziale.

Nach den Beobachtungen des VDR setzen vor allem größere Unternehmen verstärkt auf eigenes Personal für das Travel Management. Kleinere und mittlere Unternehmen würden dagegen stärker auf die Hilfe von Geschäftsreisespezialisten in der Reisebürobranche zurückgreifen. TQ 3, DER Business Travel und Carlson Wagonlit Travel (CWT) als die größten Geschäftsreisevermittler haben sich auf den Spartrend voll eingestellt. Die Agenturen organisieren wie interne Reisestellen die Business-Trips der Unternehmen selbst und greifen auf spezielle Computersysteme zurück, um im Internet die günstigsten Angebote zu finden. Und als Dienstleister helfen sie Firmen, Reiserichtlinien festzulegen.

Rund 7,4 Millionen Mitarbeiter gehen laut VDR jährlich auf Geschäftsreise. Dabei gelte vor allem ein Grundsatz, betont Martina Eggler, CWT-Vertriebschefin: „Viele Unternehmen sparen bei den Flügen, aber bei Hotels muss ein gewisser Standard bleiben.“ Vor allem bei den Übernachtungen – 2004 waren das in Deutschland immerhin 50 Millionen – wird nach Beobachtungen der Branche kaum gegeizt. „Eine Internetverbindung muss schon sein, und auch eine gute Lage ist wichtig. Wenn das Hotel weit vom Verhandlungsort entfernt liegt, kostet das Geld für ein Taxi und vor allem Zeit“, so Eggler. Geschäftsreisende buchten in der Regel Drei- oder Vier-Sterne-Hotels, größeren Luxus erlauben viele Reiserichtlinien nicht mehr.

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