Vorlage von Dienstvertrag reicht als Beweis
Manager können Gehalt schneller einklagen

Bei den Gesellschaftern in Ungnade gefallene Geschäftsführer oder Vorstände können bekanntlich jederzeit ihres Amtes enthoben werden. Doch das Auslösen der Schleudersitz-Taste tut auch finanziell weh.

crz GARMISCH. Denn die Anstellungsgesellschaft friert nach der Amtsenthebung meist auch gleich die Dienstbezüge ein. Konsequenz: Der geschasste Manager läuft dann seinem Gehalt in jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen hinterher - bisher jedenfalls.

Denn sollte sich ein neues Urteil des Oberlandesgericht (OLG) Rostock durchsetzen, dann kommen traumatisierte Manager schnell wieder in die schwarzen Zahlen. Möglich macht das die deutsche Zivilprozessordnung (ZPO), die in § 592 ein gegenüber dem normalen Zivilprozess beschleunigtes Verfahren regelt: den Urkundsprozess. Dessen Besonderheit besteht darin, dass als Beweismittel ausschließlich Urkunden akzeptiert werden. Im Gegenzug entscheiden die Gerichte deutlich schneller - in der Regel schon nach ein bis zwei Monaten.

Kaltgestellte Manager brauchen also im Grunde genommen nur den Dienstvertrag vorlegen, aus dem sich die Gehaltsansprüche ergeben - und schon erhalten sie einen vollstreckbaren Titel. Ob sie das Gehalt allerdings endgültig behalten dürfen, ist nicht sicher. Denn die Anstellungsgesellschaft kann ein Nachverfahren beantragen. Dort sind dann auch die sonstigen Beweismittel zugelassen, mit denen die Gesellschafter dann zu beweisen versuchen, dass tatsächlich ein fristloser Kündigungsgrund vorgelegen hat.

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