Vorstandsvorsitzende
Dax-Chefs sichern ihr Gehalt ab

Die Vorstandsvorsitzenden der führenden deutschen Konzerne haben sich gegen die wirtschaftlichen Wechselfälle ihrer Unternehmen gut abgesichert. Ein Gehaltscheck zeigt: Vor allem die Festbezüge der Manager, bei vielen Unternehmen Bezugsgröße für die Pensionsansprüche, sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Gehaltszuwächse der Top-Manager.

DÜSSELDORF. Fast ein Drittel ihrer Jahresbezüge von durchschnittlich 5,3 Mill. Euro sind inzwischen Fixgehalt und Alterversorgung. Allein die Festbezüge von rund 1,1 Mill. Euro entsprechen dem Gesamteinkommen eines Dax-Chefs vor zehn Jahren.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des auf Topmanagement-Vergütung spezialisierten Beraters Heinz Evers für das Handelsblatt. Seine Kritik: "Bei Grundbezügen oberhalb einer Million Euro übernimmt der Manager praktisch kein persönliches Risiko mehr." RWE-Chef Jürgen Großmann, einer der fünf Neuzugänge in den Dax-Führungsetagen, wird im laufenden Jahr sogar die Marke von zwei Mill. Euro bei den Festbezügen reißen, Wolfgang Reitzle (Linde) und Dieter Zetsche (Daimler) sind 2007 die Spitzenreiter und liegen mit jeweils 1,9 Mill. Euro knapp darunter.

Die festen Bezüge der Manager sind bei den meisten Unternehmen Bezugsgröße für die Pensionsansprüche. Im Schnitt werden 600 000 Euro an Versorgungsaufwand ausgewiesen. Der starke Zuwachs des Festgehalts in den vergangenen Jahren ist deshalb für die Spitzenmanager "doppelt lukrativ", sagt Evers, der die Vergütung deutscher Manager seit den 1980er Jahren beobachtet.

Auch Manuel Rene Theisen, Dekan der BWL-Fakultät an der LMU München, kritisiert den Trend: "Bei dieser Höhe ist das Fixgehalt keine Basisvergütung mehr." Offensichtlich seien die Festgehälter der Manager einfach im Gleichklang mit den erfolgsbasierten Komponenten mitgewachsen. So waren moderne Anreizsysteme für Manager nicht gedacht.

Kritisch ist zudem ein zweiter Trend. Die erfolgsorientierte Jahrestantieme hat mittlerweile die Hälfte der Gesamtvergütung erreicht. "Das birgt die Gefahr, dass die Manager ihr Handeln zu sehr auf kurzfristige Erfolge ausrichten und darüber die erwünschte langfristige Wertsteigerung ihrer Unternehmen vernachlässigen", warnt Evers. Long Term Incentives (LTI), also langfristige Erfolgsanreize, machen im Schnitt knapp 20 Prozent der Vergütung aus.

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