Wall-Street-Boom zahlt sich aus
186 Millionen für Top-Banker

Der Boom an der Wall Street zahlt sich für die Führungskräfte der großen Investmentbanken aus. Lehman Brothers wird Konzernchef Richard Fuld in den nächsten zehn Jahren Aktien im Wert von 186 Mill. Dollar mitgeben.

HB NEW YORK. Der Zuschuss kommt zusätzlich zum üppigen Jahresgehalt, das im vergangenen Jahr insgesamt bei 34,5 Mill. Dollar lag. Auf diese Weise hofft die Investmentbank, Fuld noch weitere zehn Jahre bei der Stange zu halten. Der 60-Jährige führt das Finanzhaus seit 1993 und gilt als der Motor des Erfolges von Lehman Brothers.

Fuld ist nicht der Einzige, der sich über einen warmen Regen freuen kann. Dank des guten Geschäfts werden die Wall-Street-Firmen in diesem Jahr eine Rekordsumme von 36 Mrd. Dollar für Mitarbeiterboni ausschütten. Das ist ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit seinem Jahrespaket liegt der Lehman-Chef ohnehin nur im Mittelfeld der Großverdiener seiner Branche. Der frühere Goldman-Sachs-Chef Hank Paulson brachte es im vergangenen Jahr auf 38,9 Mill. Dollar, und Stanley O'Neal vom Brokerhaus Merrill Lynch steckte 35,5 Mill. Dollar ein. Die meisten Investmentbanken versuchen darüber hinaus, ihren wichtigsten Managern zusätzliche Anreize in Form von langfristigen Aktienplänen zu geben - ein Zeichen für die wachsende Konkurrenz um Spitzenkräfte vor allem durch Hedge-Fonds. Lehman hatte Fuld bereits vor zehn Jahren 2,5 Millionen Aktien für den Fall versprochen, dass die Bank aufgekauft wird. Diese Zusage will der Verwaltungsrat jetzt in zehn Raten je 246 395 Anteile über die nächste Dekade umwandeln. Einzige Voraussetzung: Fuld darf das Unternehmen nicht verlassen.

"Das ist eine Riesenzahlung. Aber sie spiegelt seine Leistung für Lehman wider", sagte Shaun Springer von der Londoner Personalberatung Napier Scott. Mit einem geschätzten Vermögen von einer Mrd. Dollar notiert der Banker in der Forbes-Liste der 400 reichsten Menschen auf Platz 374. Fuld kam 1969 zu der Investmentbank und übernahm nach der Trennung von American Express das Ruder. Der Börsenwert von Lehman hat sich seit dieser Zeit fast verzehnfacht und liegt heute bei 40 Mrd. Dollar. Allein im vergangenen Jahr stieg der Kurs um 46,5 Prozent und damit stärker als die Notierungen der größten Konkurrenten.

In den letzten Jahren hat der Lehman-Chef versucht, die Bank aus ihrer traditionellen Abhängigkeit vom Anleihengeschäft zu befreien und sie stärker auf die Begleitung von Übernahmen und Fusionen (M&A) auszurichten. Noch hinkt Lehman jedoch hier den Markführern Goldman Sachs und Morgan Stanley hinterher.

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