War on talents
Unternehmen kämpfen um Spitzenkräfte in spe

Mit dem demographischen Wandel in Deutschland verstärkt sich auch der Kampf um die besten Köpfe von morgen. Unternehmen versuchen deshalb, Begabte möglichst früh an sich zu binden. Den „War on Talents“ lassen sich die Firmen einiges kosten.

DÜSSELDORF Montagmorgen, 8.15 Uhr: Es wird still im Hörsaal der Münchner Wirtschaftwissenschaften. Deutschlands Elite-Studenten haben ihre Coffees-to-go auf blitzblank polierten Pulten abgestellt und warten auf Input. Ein fröhlich flötendes Damenstimmchen durchbricht das Schweigen: „Diese Veranstaltung wird Ihnen präsentiert von Vodafone. Und Sie sind schon heute Vodafone-Mitarbeiter des Monats von morgen.“ Personalrekrutierung à la moderne.

Zugegeben: Ganz so läuft das nicht an Deutschlands drei neuen Elite-Universitäten. Aber das Szenario hat einen wahren Kern: Der Mobilfunk-Riese Vodafone ist der erste private Kooperationspartner der Exzellenzinitiative der Bundesregierung zur Förderung von Elite-Hochschulen. Einen zweistelligen Millionenbetrag will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren in das Vorzeigeprojekt von Bundesforschungsministerin Annette Schavan stecken.

Was das dem Mobilfunkanbieter bringt? „Vodafone möchte sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren“, sagt Bernhard Lorentz, Projektverantwortlicher bei Vodafone: Vodafone plant die Unis mit moderner Kommunikationstechnik wie W-Lan auszustatten. Professoren sollen Blackberries bekommen. „Die Universitäten werden auch auf uns als Partner hinweisen“, sagt Lorentz. Das heiße aber keineswegs, dass künftig an allen Hörsaal-Wänden das rote Vodafone-Logo prangen werde.

Was hier einigermaßen skurril klingen mag, hat einen ernsthaften Hintergrund – und ist Zeichen einer allgemeinen Entwicklung in der Unternehmenslandschaft. „Es gibt einen Trend, dass Unternehmen durch Kooperationen mit Hochschulen und Stipendien versuchen, sich für junge Spitzenkräfte attraktiv zu machen“, sagt Dr. Hermann Falk vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Dazu würden viele Firmen Stiftungen gründen oder Begabte direkt fördern.

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