Warum Buffets nicht nur heiße Schlachten sind, sondern einsam machen
Das letzte Mozzarellabällchen

Warum Buffets nicht nur heiße Schlachten sind, sondern einsam machen Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Am kalten Buffet werden gestandene Manager zu kleinen Jungs. Da bahnen sich Triebe ihren Weg, die man sonst nicht vermutet hätte: So, als wäre es das letzte Essen für Tage, schubsen und drängeln sie, um ja genug vom Lachs oder den Shrimps zu ergattern.

So drollig es klingt, so nötig ist dieser Appell: Rühren Sie bitte das Buffet nicht an, bevor es eröffnet wird. Und verkneifen Sie sich jedes Naschen, auch wenn sie sich unbeobachtet glauben oder der Versuchung kaum widerstehen können. Ich habe schon zwei Manager auf ihrem eigenen Firmenfest beobachtet, die noch stolz darauf waren und sich damit brüsteten, dass sie sich vorab fast alle Sushi-Röllchen einverleibt hatten - während ihre Mitarbeiter brav die musikalische Darbietung anhörten. Das ist die Spitze des schlechten Benehmens, wenn man es auch noch vermarkten will.

Ist das Buffet dann eröffnet, gilt für die Warteschlange striktes Überholverbot. Aber schauen Sie bitte nicht stur auf das Essen, sondern nutzen die Zeit zum Small Talk in der Reihe. Doch was tun, wenn die ersten Platten fast leer geräumt sind und vielleicht nur noch drei der begehrten Mozzarellabällchen da sind - darf man die nehmen? Ich meine, ja. Nur sollte es nicht die halbe Platte sein, die man sich auflädt. Zügigkeit ist übrigens die Devise: Wenn Zögerer und Zauderer sich nicht zwischen den Salaten oder Soßen entscheiden können - und die Wartenden womöglich noch laut in ihre schwerwiegenden Überlegungen einbeziehen - kommt alles ins Stocken.

Überhaupt können Buffets auch eine sehr einsame Angelegenheit sein: Wenn man plötzlich der einzige an einem großen Tisch für acht Leute ist und alle anderen noch unterwegs sind. Dann sollten Sie zumindest anfangen zu essen. Die Etikette gebietet nicht, dass Sie warten. Umgekehrt passiert aber eins viel zu häufig und ist grob unhöflich: Dass alle unüberlegt weglaufen und einen Einzelnen alleine am Tisch vergessen. Ganz schlimm ist es, wenn die verlassene Person auch noch eine Dame ist. Bitte muten Sie diese Lage niemandem zu. Warten Sie, bis ein anderer zurück kommt und gehen erst dann weg.

Ein guter Gast kann sich bei den anderen Gästen übrigens auf diese Weise beliebt machen: Wenn er vom Käse oder dem Dessert selbst einen größeren Teller zusammenstellt und in die Tischmitte stellt, zur freien Bedienung. Das bekommt obendrein dem Tischgespräch gut - schließlich verbindet es, mit den Nachbarn vom selben Teller zu nehmen.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  www.handelsblatt.com/behaviour.

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