Weg in die Selbstständigkeit
Klima für Existenzgründungen an Hochschulen verbessert sich

Immer mehr Studenten schaffen mit Hilfe von Professoren den Weg in die Selbstständigkeit. Musterbeispiel für ausgeprägte Existenzgründerstrukturen ist die Uni Wuppertal. Seit 1998 gibt es dort den Gründerservice bizeps für Absolventen und Wissenschaftler.

DÜSSELDORF. Wer nach dem Urlaub ins Eigenheim zurückkommt, hat einiges zu tun: Licht anschalten, Alarmanlage deaktivieren, Jalousien öffnen, Anrufbeantworter abhören. Viele einzelne Handgriffe, die bald der Vergangenheit angehören und durch einen simplen Knopfdruck ersetzt werden könnten – wenn es nach Arasch Honarbacht, Gregor Kotyrba und Marcel Apfel ginge. Die drei Diplomingenieure haben vor zwei Jahren die Firma ubisys technologies gegründet und entwickeln heute Lösungen für die Gebäudeautomatisierung mittels Kurzstreckenfunk.

Sprungbrett für ihre Karriere war die Universität Wuppertal. Seit 1998 gibt es dort den Gründerservice bizeps für Absolventen und Wissenschaftler. Rund 350 Beratungsgespräche führt Projektmanagerin Ulrike Timmler im Jahr, hilft bei der Marktanalyse und beim Business-Plan und stellt Anträge für Existenzgründungsprogramme. Über bizeps konnten Honarbacht, Kotyrba und Apfel auch die Leistungen des damaligen Exist-SeedProgramms des Bundesbildungsministeriums – den Vorläufer des heutigen Exist-Gründerstipendiums – in Anspruch nehmen: ein Jahr kostenfreie Nutzung der Hochschulräume, eine halbe wissenschaftliche Mitarbeiterstelle für ein Jahr und Sachmittel in Höhe von maximal 20 000 Euro bei Teamgründungen. „Das war eine wichtige Hilfe“, sagt Gregor Kotyrba. Bei ihrer Arbeit sind die Entwickler auf teure Messtechnik angewiesen. Ohne Starthilfe hätten sie sehr viel Fremdkapital aufnehmen müssen.

Kotyrba, Honarbacht und Apfel sind drei von insgesamt etwa 60 Jungunternehmern, die sich seit Ende der 90er-Jahre mit Hilfe von bizeps selbstständig gemacht haben. In einer bundesweiten Studie, die seit 2001 Existenzgründungsstrukturen an Hochschulen untersucht, landete die Uni Wuppertal in drei von vier Erhebungen auf dem ersten Rang und durfte sich damit gründerfreundlichste Uni Deutschlands nennen. Die Uni habe schon früh begonnen, gut funktionierende Strukturen auf drei Säulen aufzubauen, sagt Jürgen Schmude, Professor für Wirtschaftsgeografie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Autor der Studie „Vom Studenten zum Unternehmer. Welche Uni bietet die besten Chancen?“. Dazu zählen neben der Servicestelle bizeps auch das Institut für Gründungs- und Innovationsforschung Igif und zwei Gründerlehrstühle in Wuppertal.

Anders als andere Hochschulen, die sich auf die klassischen Gründerfächer Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften konzentrieren, sprechen die Wuppertaler auch Natur- und Geisteswissenschaftler an. Den Studierenden komme das zugute, selbst dann, wenn sie sich letztlich nicht selbstständig machten, so Schmude. „Viele Führungsaufgaben in Unternehmen sind identisch mit den Aufgaben von Selbstständigen, und die Personaler orientieren sich an den Rankings.“

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